Workshop 3: Lebensphasengerechtes Arbeiten

Moderation: Josef Hug

In der abschließenden Veranstaltung des BMG-Beirats: Wegweisende Modelle zur Weiterentwicklung im Krankenhaus, wurden in einem Workshop zum Thema „Lebensphasengerechtes Arbeiten im Pflege- und Funktionsdienst“ zunächst alle auf der Homepage aufgeführten Modelle kurz skizziert und auf die inhaltlichen Schwerpunkte hin präsentiert.

Es waren dies:

  • das Diakonissenkrankenhaus Flensburg zum Thema: Altersgerechte Arbeitsbedingungen,
  • das Ev. Krankenhaus Zweibrücken zur dort durchgeführten Altersstrukturanalyse,
  • das Projekt „Lebensphasengerechtes Arbeiten LAP ã“ des Städt. Klinikums Karlsruhe, mit insgesamt 8 Projektschwerpunkten,
  • die Arbeitsgemeinschaft Kath. Krankenhäuser mit dem Thema:  Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes,
  • die Rheinhessen-Fachklinik Alzey zum Thema: „Gesund psychiatrisch pflegen“,
  • das Alice Hospital Darmstadt mit dem Projekt: „3 P – Pflege dich selbst!“
  • das Evang. Stift Sankt Martin Koblenz zum Thema: Wertschätzung älterer MitarbeiterInnen,
  • das Projekt von Vivantes Netzwerk für Gesundheit Berlin: Demografiefeste Arbeitsplätze
  • Universitätsklinikum Freiburg zum Thema: Erwerbsfähigkeitssicherung in der Pflege
  • das Projekt Altersgerechtes Personalmanagement des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden,
  • das Thema: Zukunftsfähigkeit der Arbeit im Pfalzklinikum Klingenmünster und
  • „Die Ausbildung in Teilzeit“ der Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard in Münster

All diese Projekt wurden im Hinblick auf die Perspektiven für einen berufslebenslangen Einsatz im Pflegedienst dargestellt und beleuchtet.  In der anschließenden Diskussion wurde zunächst das Thema Auswirkungen der Demographie auf den Pflegedienst dargestellt. Hier wurde festgestellt, dass es eine Mehrfacheinwirkung der Demographie auf den Pflegedienst gibt.

1.      Bezüglich immer älter werdender, schwerer und an Mehrfacherkrankungen leidender Patienten,

2.      bezüglich der Umsetzung des medizinischen Fortschritts, dem sich nach einem insgesamt hochtechnisierten, medizinischen Prozess ein langandauernder Pflegeprozess anschließt und

3.      die demographischen Veränderungen in der eigenen Berufsgruppe, mit signifikant kontinuierlich steigendem Lebensalter.

In der anschließend angeregten Diskussion wurde insgesamt die Situation der Pflegedienste im Krankenhaus als dringend verbesserungswürdig dargestellt. In mehreren Beiträgen von Teilnehmern wurden die dargestellten Modelle außerordentlich begrüßt und befürwortet,  Bezüglich deren Umsetzung und weiterer notwendiger Maßnahmen wurde allerdings deutlich, dass eine große Kraftanstrengung notwendig ist, um die Zukunft der Pflegeberufe in den Kliniken weiter positiv zu entwickeln.

Schwerpunktthemen in der anschließenden Diskussion waren: Familienfreundliche Arbeitszeiten, weitere Verbesserungen in der Teamstruktur und Teamentwicklung, gezielte Maßnahmen für MitarbeiterInnen im Alter Ü50 bzw. in den Altersklassen 47+ und 57+, die aktive Werbung um junge Menschen für diesen Beruf und die damit verbundene, insbesondere interne Verbesserung des beruflichen Images, die Möglichkeit innerhalb des Berufes sich permanent weiter zu qualifizieren, aber auch Phasen der Regeneration in Arbeitsprozessen zu durchlaufen.

Weiterhin wurden die Themen Verbesserung der Arbeitsverhältnisse und das Verhältnis zurPrävention, Verbesserung der Arbeitsorganisation und des Prozessmanagements, Reduzierung der psychischen Belastung und Weiterentwicklung der Führungsqualität angesprochen. Die heute schon mögliche horizontale und vertikale Weiterentwicklung in den Pflegeberufen muss nach Ansicht der Teilnehmer durch ein neues Berufegesetz dringend und verbindlich geklärt werden.

Abschließend wurde in diesem Zusammenhang auch die Umsetzung des § 63 Abs. 3c SGB V Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten in Modellen, insbesondere im Krankenhaus, als sinnvoll und notwendig erachtet.

All diese Maßnahmen, die sowohl im Workshop dargestellt und diskutiert wurden und sich in der Praxis bewährt haben, werden allerdings nicht zu einem nachhaltigen Erfolg führen, wenn nicht die notwendigen politischen und tarifvertraglichen Rahmenbedingungen permanent weiter entwickelt werden und das Ansehen und das Image der Pflegeberufe,  bis hin zur Verbesserung der Vergütungsstruktur und der quantitativen Ausstattung in den Krankenhäusern für die Zukunftsaufgaben, nachhaltig unterstützt werden.