Daten zum Modell

   
Datum 27.07.2010
Ort HELIOS Kliniken GmbH – Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld
Interviewpartnerin Daniela Becker, ehemalige Geschäftsführerin
Themenkategorie „Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf“
Maßnahme Kontaktprogramm während beruflicher Pause
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Helios St. Elisabeth-Klinikum Hünfeld
Schillerstraße 22
36088 Hünfeld
Klinikleitung Geschäftsführerin
Sandra Henek
Sandra.henek@helios-kliniken.de

Ärztliche Leiterin
Dr. med. Gabriele Petsch

Pflegedienstleitung
Dominik Teich

Akademisches Lehrkrankenhaus für Pflege der Hochschule Fulda
Webseite www.helios-kliniken.de/huenfeld
Ansprechpartner der Maßnahme Dominik Teich
Tel.: 06652 / 987-9225
dominik.teich@helios-kliniken.de

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen 2008

Anzahl der vollstationären Planbetten 158
Anzahl der Ärztinnen/Ärzte (VK) 30 (18 Frauen)
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen (VK) 89

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Nachwuchsprobleme in der Pflege und im ärztlichen Dienst
  • Anstieg der weiblichen Mitarbeiter am Klinikum; Anstieg des Frauenanteils im ärztlichen Dienst auf ca. 60 %
  • geringes Kontingent an Kindergartenplätzen im regionalen Umfeld
  • bereits vereinzelte Umsetzung von Teilzeitmodellen auf individuelle Anfragen
  • verstärkte Anfrage/verstärkter Wunsch nach Teilzeitarbeit bei den MitarbeiterInnen

Planungen im Vorfeld

  • Überzeugungsarbeit bei Vorgesetzten und KollegInnen
  • Entwurf von Organisationskonzepten der betrieblichen Abläufe: Planung des Schichtdienstes, der Patienteneinbestellung, Sprechstundenzeiten, OP-Belegung, Diagnostikmaßnahmen
  • Langfristige Dienstplanung: 2 Monate im Voraus
  • Langfristige Urlaubsplanung

An der Planung beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Personalleitung
  • Geschäftsführerin
  • Ärztliche Leitung

Externe Projektförderung

Nein

Projektumsetzung

Ziele

  • Wiedereingliederung nach Krankheit, Elternzeit, Berufspause
  • Mitarbeiterakquirierung
  • Marketing
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
  • Langfristige Mitarbeiterbindung


Zielgruppe

  • Junge Familien aller Berufsgruppen
  • MitarbeiterInnen, die Angehörige pflegen


Elementare Bestandteile

  • Unterschiedliche Teilzeitkonzepte (je nach Bedarf der MitarbeiterInnen)
  • Kooperation mit Einrichtungen der Kinderbetreuung
  • Spezielle Angebote zum beruflichen Wiedereinstieg
  • Teilnahmeangebot an Fort- und Weiterbildung während der Berufspause
  • Kontakthalten durch monatliche Mitarbeiterzeitung, Teilnahme am Betriebsausflug, Teilnahme an jährlich 2-3 maligen Mitarbeiterversammlungen
  • Monatl. 100 € Betreuungszuschuss bei Aufnahme der Arbeit während der Elternzeit


Verfahren

  • MitarbeiterInnen äußern Wünsche und Bedarfe (z.B. bei Bewerbungsgespräch, regelmäßigen Mitarbeitergesprächen mit Vorgesetzten)


Verlauf einer Arbeitsreduktion

  • Entwicklung eines Teilzeitmodells mit der beteiligten Person und der Abteilungsleitung
  • Entwicklung von Ideen und Lösungen zur Kompensation der "fehlenden" Arbeitszeit
  • Entscheidung wird auf Teamebene gefällt


Anfängliche Akzeptanz

war ganz unterschiedlich


Projektverlauf

Modelle mit Personalabteilung erarbeitet und berechnet, dann Anwendung in Praxis


Projektdauer

Anwendung in Praxis seit 2006


Projektgruppe

Geschäftsführer, Ärztlicher Leiter, Personalleiter

Projektbeurteilung

IST-Analyse Nicht gezielt
Evaluation der Maßnahme Nein
Evaluationsergebnisse Mitarbeiterbefragung bei Helios (jedes 2. Jahr). Statistische Untersuchung von Ausfall-, Krankheitsdaten (steht noch aus)

Zielerreichungsgrad

Übernahme der Maßnahme in die Regelversorgung

  • keine Pilotisierung, sofortige Umsetzung

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Teilzeitmodelle überwiegend in der Pflege genutzt
  • Teilzeitstellen besonders attraktiv für Mütter, die nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen wollen

Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

  • Mittlerweile im Bereich der Pflege mehr Teilzeitbeschäftigte als Vollzeitbeschäftigte obwohl die Nachfrage derzeit tendenziell eher Richtung Vollzeitbeschäftigung geht.
  • Gerade junge Pflegekräfte sind nach Abschluss der Ausbildung an Vollzeitarbeit interessiert. Diese können daher oftmals nicht für das Krankenhaus gewonnen werden. Als Folge dessen macht sich ein steigender Altersdurchschnitt bemerkbar.

Rückblickend anders machen

  • Frühzeitig in den Teams für Verständnis werben

Förderliche Faktoren

  • Frauen, die Teilzeit arbeiten und zu Hause noch eine Familie haben, sind in Familie und Beruf extrem gut organisiert und strukturiert
  • Teilzeitkräfte fallen am wenigsten wegen Krankheit aus
  • Modellübernahme im Konzern
  • Workshops auf Personalkongressen

Hemmende Faktoren

  • Organisatorische Herausforderung im ärztlichen Dienst
  • Teilweise zögerliche Akzeptanz der KollegInnen und ärztlichen Vorgesetzten
  • Unterstellung, dass mit diesen Konzepten Bedarf künstlich geweckt wird

Eingeführte Maßnahme

Größte Auswirkung Stellenauslastung, Bewerberakquise erfolgreich
Größte Veränderung  

Publikation der Maßnahme

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Krankenhaus, September 2009, S. 6 www.bmfsfj.de Vereinbarkeit im Krankenhaus (PDF 100kb)
  • HELIOS aktuell: Themenschwerpunkt Familie und Beruf 2009/83, S. 18-20