Daten zum Modell

   
Datum 21.02.2011, Aktualisierung 31.12.2014
Ort Katharinen-Hospital gGmbH Unna
Interviewpartner Jutta Kappel, Personalleitung
Themenkategorie „Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf“
Maßnahme Pflegekräfte in der Pflegesituation
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Katharinen-Hospital gGmbH Unna
Obere Husemannstr. 2
59423 Unna
Klinikleitung Geschäftsführer
Klaus Bathen

Webseite www.katharinen-hospital.de
Ansprechpartner der Maßnahme Jutta Kappel
Personalleitung
Tel.: 02303 / 100-2776
j.kappel@katharinen-hospital.de

David Schilling
Personalreferent
Tel.: 02303 / 100-2739
d.schilling@hospitalverbund.de

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen 2010

Planbetten 340
Ärztinnen/Ärzte insgesamt (außer Belegärztinnen/Belegärzte) 78,6
Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 222,4
Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 8,5
KrankenpflegehelferInnen 8,6
PflegehelferInnen 1,9

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Die Familie wird als Ganzes gesehen, so dass sowohl die Familienphasen mit Kindern als auch die Betreuung und Pflege von Angehörigen im Blickpunkt stehen.
  • Ausgangspunkt waren die Erfahrungen einzelner MitarbeiterInnen, die Angehörige pflegten und ihre Probleme offen gegenüber der Krankenhausleitung ansprachen.
  • Aufgrund der Altersstruktur und des Frauenanteils im Pflegedienst war davon auszugehen, dass weitere MitarbeiterInnen in eine ähnliche Problemlage geraten würden.
  • Im Jahr 2009 wurde am Projekt „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ teilgenommen. In einer Mitarbeiterbefragung bei Pflegekräften wurde die Ausgangsituation erfragt und darauf aufbauend, ein Maßnahmenkatalog erstellt.


Planungen im Vorfeld

  • Die schon in der Vergangenheit starke Mitarbeiterorientierung führte dazu, dass sich nach und nach Lösungsmöglichkeiten für MitarbeitInnen mit zu pflegenden Angehörigen herausbildeten. Diese wurden systematisiert und den MitarbeiterInnen präsentiert.
  • Die verschiedenen Maßnahmen wurden mit der Mitarbeitervertretung abgestimmt.


Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Neben der Pflegedienstleitung, der Personalleitung und der Geschäftsführung waren die Mitarbeitervertretung und die Stationsleitungen eingebunden.


Externe Projektförderung und Kooperationen

  • keine

 

Projektumsetzung

Ziele

  • Familienfreundliche Unternehmenskultur
  • Schaffung eines vertrauensvollen Arbeitsklimas
  • Anziehung und langfristige Bindung der zu den Werten des Krankenhauses passenden MitarbeiterInnen
  • Fachkräftebindung 


Projektdauer

  • Seit 2009

Projektbeurteilung

  • Ziele des Modells wurden erreicht, trotzdem wird ständig weiter an Verbesserungsideen gearbeitet, z.B. Kinderbetreuung für Kinder unter 3 Jahren

Maßnahmen zur Evaluation

  • Es wurde keine Evaluation durchgeführt.
  • Im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen wurde u.a. die Akzeptanz der Maßnahmen für MitarbeiterInnen mit zu pflegenden Angehörigen erfragt.

Ergebnisse

  • Eine Mitarbeiterbefragung ergab hohe Zufriedenheit des Pflegepersonals
  • Krankenhaus hat bei Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse gut abgeschnitten

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Das Vertrauen der MitarbeiterInnen untereinander und zur Führungs- und Leitungsebne ist gewachsen.
  • Glückliche Mitarbeiter führen zu glücklichen Patienten, daher Gewinn für alle Beteiligten

Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

  • Im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung wurde die Ausgangssituation für weitere Maßnahmen zur Stärkung der MitarbeiterInnen mit zu pflegenden Angehörigen durchgeführt.
  • Die Befragung wäre besser auf alle MitarbeiterInnen des Krankenhauses ausgeweitet worden, da z.T. unterschiedliche Kompetenzen und Bedürfnisse vorliegen. Eine stärkere Ausrichtung der im Anschluss umgesetzten Maßnahmen auf einzelne Berufsgruppen wäre schneller erreicht worden.
  • Es sollten nicht nur die KrankenhausmitarbeiterInnen, sondern auch deren Angehörige geschult werden.

Eingeführte Maßnahme

  • „Ratgeber für pflegende Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Katharinen Hospital Unna“ entwickelt, der u.a. interne Ansprechpartner, Hinweise auf Unterstützungsangebote und eine Checkliste für pflegende Angehörige enthält.
  • Pflegende Angehörige erhalten einen pflegerischen Basiskurs
  • Kurse für Kinaesthetics, Familiale Pflege, Stressmanagement und „Selbstpflege“
  • Der krankenhauseigene Sozialdienst unterstützt die MitarbeiterInnen bei den relevanten (pflege)rechtlichen Fragestellungen sowie bei der Vermittlung von Kontakten.
  • Die MitarbeiterInnen werden bevorzugt behandelt bei der Vergabe von Altenheim- und Kurzzeitpflegeplätzen.
  • Serviceangebote, wie u.a. die Ausleihe von pflegerischen Hilfsmitteln oder ein Pflegemittelpersonalverkauf, werden angeboten.
  • Psychologische Unterstützung der MitarbeiterInnen durch eine psychologische Hotline und eine psychologische Beratung durch den hauseigenen Psychologen.
  • In Notfallsituationen ist eine spontane Arbeitsbefreiung jederzeit möglich.
  • Eine auch befristete Reduzierung der Arbeitszeit wird den MitarbeiterInnen ermöglicht. Im Rahmen des Pflegezeitgesetzes erfolgt nach individueller Absprache eine Freistellung.
  • Darüberhinaus gehende Freistellungen und unbezahlter Sonderurlaub mit einer Arbeitsplatzgarantie sind ebenfalls möglich.
  • Unterstützend ist die Sensibilisierung der Führungskräfte und KollegInnen für die Sorgen und Nöte der MitarbeiterInnen, die Angehörige pflegen.
  • Entwicklung neuer Teilzeitmodelle
  • Einrichtung eines Angehörigencafes zum Austausch von Mitarbeitern mit zu pflegenden Angehörigen
  • Einrichtung einer Ganztagespflegestelle sowie einer Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren, um die Mitarbeiter nach der Elternzeit zu entlasten.