Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege

Angesichts der hohen Belastung, der Pflegende in ihrem Arbeitsalltag ausgesetzt sind, und einer geänderten Altersstruktur des Pflegepersonals, gewinnt die Entwicklung von Perspektiven für einen berufslebenslangen Verbleib in der Pflege zunehmend an Bedeutung. Demografieorientierte Personalentwicklungskonzepte befassen sich mit beruflichen Lebensphasen der MitarbeiterInnen aller Altersstufen und zeigen mitarbeiterorientierte Lösungsansätze auf.

Diakonissenkrankenhaus Flensburg: Altersgerechte Arbeitsbedingungen
Auf der Basis einer systematischen Analyse und Bewertung der vorhandenen Arbeitsorganisation konnten durch die Einbindung der MitarbeiterInnen im Rahmen von Workshops einige Empfehlungen für organisatorische Veränderungen abgeleitet werden.
Evangelisches Krankenhaus Zweibrücken: Altersstrukturanalyse
Aufgrund von Problemen bei der Stellenbesetzung wurden im Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken verschiedene Ansätze zur langfristigen und strategischen Personalplanung entwickelt. Altersstrukturanalysen und Arbeitsbewältigungs-Coaching der MitarbeiterInnen dienten als Grundlage für die Einführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Gesundheit der MitarbeiterInnen sowie der Führung des Krankenhauses.
Städtisches Klinikum Karlsruhe: Lebensphasengerechtes Arbeiten
Im Städtischen Klinikum Karlsruhe wurde das bisher bundesweit einmalige Projekt „Lebensphasengerechtes Arbeiten im Pflegedienst – LAP©“ initiiert. Zentraler Kern des Projekts sind Verbesserung und Erhalt der Arbeitsfähigkeit als Voraussetzung für ein berufslebenslanges Arbeiten im Pflegedienst sowie die Anhebung der Attraktivität der Pflegeberufe, um motivierte und qualifizierte MitarbeiterInnen zu gewinnen.
AG katholischer Krankenhäuser: Maas-BGW
In fünf Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaften katholischer Krankenhäuser Rheinland-Pfalz und im Saarland fand eine Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in ein bestehendes QM-System statt – nach MAAS-BGW. Es wird im Rahmen einer Zertifizierung, z.B. nach proCum Cert und KTQ, alle drei Jahre parallel durch die Berufsgenossenschaft zertifiziert.
Rheinhessen-Fachklinik Alzey: "Gesund psychiatrisch pflegen"
Eine anonymisierte Arbeitsunfähigkeitsanalyse der Klinik deckte das vermehrte Auftreten psychischer Erkrankungen in der Berufsgruppe der Pflegenden auf – eine Beobachtung, die sich mit der Analyse der Arbeitsunfähigkeitsgründe anderer Einrichtungen deckt. Daraus entstand die Frage, was die Rheinhessen-Fachklinik als Arbeitgeber tun kann, um gesundheitsfördernd einzugreifen.
Alice Hospital Darmstadt: "3P – Pflege dich selbst!"
Im Rahmen eines BMBF geförderten Forschungsprojektes wurde am Alice Hospital in Darmstadt mit den professionell Pflegenden ein partizipativer Problemlösungsprozess entworfen, mit dessen Hilfe erfolgreich Gesundheitskompetenzen entwickelt werden können. Diese befähigen die MitarbeiterInnen, Belastungen zu erkennen und zu bewerten, daraus Strategien zu entwickeln, ihre Wirksamkeit zu reflektieren und Gesundheitsroutinen abzuleiten. Ziel sind Förderung, Erhalt und Wiederherstellung der eigenen Gesundheit.
Evang. Stift Sankt Martin Koblenz: Wertschätzung älterer MitarbeiterInnen
Die langfristige Bewältigung der steigenden Anforderungen wird in Zukunft verstärkt mit alternden MitarbeiterInnen erreicht werden müssen. Schon heute gilt es aber, die Belastung der MitarbeiterInnen zu senken und die Akzeptanz dieser MitarbeiterInnen zu stärken.
Vivantes Netzwerk für Gesundheit Berlin: Demografiefeste Arbeitsplätze
Durch die soziodemografischen Entwicklungen werden die Anzahl der kranken Menschen und die Zahl der Ein-Personen-Haushalte steigen. Dies zieht einen erhöhten Pflegebedarf nach sich. Dem steht eine sinkende Zahl von potenziellen Auszubildenden in Pflegeberufen und eine alternde Belegschaft gegenüber. Ziel ist es, eine praktische und anwendungsorientierte Handlungshilfe zu entwickeln, die den Kliniken eine systematische Förderung der Beschäftigungsfähigkeit ihrer MitarbeiterInnen ermöglicht.
Universitätsklinikum Freiburg: Erwerbsfähigkeitssicherung in der Pflege
Ein gemeinsames Präventionsprogramm des Freiburger Universitätsklinikums und der Deutschen Rentenversicherung Bund für Pflegende.
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden: Altersgerechtes Personalmanagement
Um die Bereitschaft und Fähigkeit älterer Mitarbeiterinnen zu erhöhen, bis zum Rentenalter erwerbsfähig zu bleiben, beteiligte sich das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an einem mehrschichtigen Projekt, das nicht nur die Zielgruppe 50+ mit Maßnahmen zur Gesundheitsförderung oder Qualifizierung direkt anspricht, sondern auch die Leitungsebenen für die Frage altersgerechter Arbeitsbedingungen sensibilisiert.
Pfalzklinikum Klingenmünster: Zukunftsfähigkeit der Arbeit
Eingebettet in einen ausführlichen Strategieprozess der Geschäftsführung und der oberen Leitungsebene hat sich das Pfalzklinikum entschlossen, ein nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einzuführen.
Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard Münster: Ausbildung in Teilzeit
Die Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard in Münster bietet seit 2012 eine Teilzeitausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege an. Die Teilzeitausbildung richtet sich an BewerberInnen mit Kindern bzw. Alleinerziehende. Anstelle einer 3-jährigen Ausbildung wird das Curriculum auf 4 Jahre verteilt. Insbesondere im praktischen Teil der Ausbildung wird eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch familienfreundliche Arbeits- und Urlaubszeiten ermöglicht.
Evangelisches Krankenhaus Bielefeld, Krankenhaus Mara: Bildung eines Teams mit Young Nurses
Zum 1. April 2012 wurden auf zwei Stationen des Zentrums für Behindertenmedizin des Krankenhauses Mara, einem Standort des evangelischen Krankenhauses Bielefeld, zwei generationenspezifische (Pflege-)Teams gebildet. Das Team der einen Station wurde ausschließlich mit jungen Pflegenden besetzt, das Team der anderen Station mit älteren PflegemitarbeiterInnen. Die Entwicklung von lebensphasengerechten Arbeitsbedingungen erfordert eine Vielfalt an Ideen und Vorgehensweisen. Bei diesem Modell handelt es sich um ein Beispiel, das insbesondere die junge Generation in den Blick nimmt.