Daten zum Modell

   
Datum 21.01.2016
Ort AGAPLESION FRANKFURTER DIAKONIE KLINIKEN
Interviewpartner Ida Knauff, Beauftragte für Fortbildungen, Gesundheitsförderung und Familie
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme 5-Säulen-Aktiv-Programm
   

Name des Krankenhauses

Anschrift AGAPLESION FRANKFURTER DIAKONIE KLINIKEN gGmbH
Ginnheimer Landstraße 94
60487 Frankfurt am Main
Klinikleitung Geschäftsführer
Dr. Dennis Göbel (dennis.goebel@fdk.info)

Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. Karl-Hermann Fuchs (karl-hermann.fuchs@fdk.info)

Pflegedirektorin
Ingrid Mauritz (ingrid.mauritz@fdk.info)
Website www.fdk.info
Ansprechpartner der Maßnahme Nicole.Rothe
Telefon: 069/9533-4556
E-Mail: Nicole.Rothe@fdk.info

Struktur- und Leistungsdaten– Kennzahlen

Zahl der vollstationären Planbetten 895
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 235
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 461
Anzahl der Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 6
Anzahl der AltenpflegerInnen 29

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Im Jahr 2007 wurden eine Werteanalyse und eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt
    • Ergebnis: die individuelle berufliche Inanspruchnahme wird bei einigen Mitarbeitern als zunehmend belastend empfunden; Anstieg der Ausfallzeiten/Krankheitstage; sinkende Arbeitszufriedenheit

 


Beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Pflege, Verwaltung, Beauftragte für Fortbildungen, Gesundheitsförderung und Familie

 


Externe Projektförderung

  • Nein

Projektumsetzung

Ziele

  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit; Steigerung der Attraktivität des Unternehmens
  • Verbesserung der betrieblichen Kommunikation sowie des allgemeinen Betriebsklimas
  • Verbesserung des Gesundheitszustands der Mitarbeiter
  • Senkung der Ausfallzeiten
  • Reduzierung der Mitarbeiterfluktuation

Eingeführte Maßnahmen

  • Projekt „Gesundheitsförderung“ wurde 2008 unter Leitung der Pflegedirektion ins Leben gerufen. Die Durchführung war standort- und berufsübergreifend.
  • Das erste Jahresprogramm 2009 umfasste die Bereiche Ernährung, Bewegung, Prävention und Kultur. Der Bereich Kreativität wurde später hinzugefügt.
  • Das Programm besteht standardmäßig aus fünf Säulen, die jährlich mit leicht veränderten Inhalten angeboten werden. In 2016 enthält das Programm beispielsweise:
  • Bewegungssäule
    • Skilanglauf in der Rhön
    • Sportabzeichen (Wöchentliches Training unter Anleitung für das Sportabzeichen sowie (sofortiges) Ablegen des Sportabzeichens)
    • Lauf-Treff (Wöchentlicher Treff)
    • FDK-Laufaktivitäten in Frankfurt (Verschiedene Laufaktivitäten in Frankfurt, z.B. „Race for the Cure“, Lauf gegen das Vergessen“, werden von den FDK unterstützt durch T-Shirts und Übernahme der Gebühren)
    • Zumba
  • Ernährungssäule
    • Weight Watchers at work (13-Wochen-Kurs durch einen ausgebildeten Weight Watchers-Coach)
    • Ernährung im Schichtdienst
    • Die Wiese ist essbar (Wildkräuter- und Heilpflanzenführung)
    • Maggi Kochkurs (im Maggi Kochstudio)
    • Kreativsäule
    • Keramik selbst bemalen
    • Fotografie-Kurs
  • Kultursäule
    • Führung Kurioses Frankfurt
    • Führung Kleinmarkthalle
    • Führung Commerzbank-Tower
  • Präventionssäule
    • Rückentraining
    • Yoga
    • Neue Rückenschule mit Yoga-Elementen
    • Wirbelsäulengymnastik, Pilates und Entspannung
  • Zudem erhalten die Mitarbeiter ermäßigte Konditionen (Aufnahmegebühr und Mitgliedertarif) bei dem Fitnessstudioverband „Fitness First“ und vergünstigte Massagen, Wärmebehandlungen, Elektrotherapie und Krankengymnastik in der klinikeigenen Physikalischen Therapie.
  • Die Anmeldung zu den Kursen erfolgt über das Sekretariat der Pflegedirektion. Gibt es zu viele Teilnehmer für einen Kurs, entscheidet das Los. Die restlichen Teilnehmer werden auf eine Warteliste gesetzt.
  • Findet der gewünschte Kurs während der Dienstzeit statt, wird dies nach Möglichkeit im Dienstplan berücksichtigt.
  • Die Zeit der Teilnahme am 5-Säulen-Aktiv-Programm wird allerdings nicht als Arbeitszeit gewertet.
  • Die Kosten werden vollständig vom Arbeitgeber übernommen, wenn die Mitarbeiter an mindestens 50 Prozent der Kurstermine teilnehmen, ansonsten wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben.

Projektdauer

  • Start in 2008, erstes Jahresprogramm in 2009, seitdem jährliche Auflage

Projektbeurteilung

Evaluationsergebnisse

  • Mitarbeiterbefragungen in 2010 und 2012 sowie Evaluationsbögen am Ende der Kurse geben positive Rückmeldungen über das Programm
    • Kennenlernen von Mitarbeitern aus anderen Arbeitsbereichen während der Kurse trägt zur Verbesserung der Kommunikation (auch berufsgruppenübergreifend) während der Arbeit bei
    • Verständnis für andere Arbeitsbereiche / Abteilungen wird gefördert, trägt zur Verbesserung des Betriebsklimas bei
    • Steigerung der Attraktivität des Arbeitgebers
    • Teilnehmer: 300 Mitarbeiter in 2014, 308 Mitarbeiter in 2015

Rückblickend

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Säulen Kreativität und Kultur: Kollegen „unternehmen“ etwas miteinander, was keinen Bezug zur gemeinsamen Arbeit hat – das trägt viel zur Verbesserung des Betriebsklimas bei

 


Rückblickend nicht erfolgreich/gelungen

  • Die Haltung mancher Mitarbeiter: „Was nichts kostet ist nichts wert.“ – Einige Mitarbeiter treten die Kurse nicht an, obwohl sie angemeldet sind und die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Da diese Mitarbeiter sich auch nicht abmelden, können andere Kollegen nicht von der Warteliste nachrutschen. Bisher gibt es keine optimale Lösung für dieses Problem. Es wird jedoch versucht, das gehäufte Auftreten der nicht genutzten Kursplätze mit der „Bearbeitungsgebühr“ zu verhindern.