Daten zum Modell

   
Datum 27.10.2016
Ort Evangelisches Krankenhaus Mettmann GmbH
Interviewpartner Ursula Johanna Klugstedt, Leiterin Institut für Gesundheitsförderung/Elternschule
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme BGM am Beispiel der Rückenprophylaxe
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Evangelisches Krankenhaus Mettmann GmbH
Gartenstr. 4-8
40822 Mettmann
Klinikleitung Geschäftsführer
Dipl.-Oec. Bernd Huckelsl

Ärztlicher Direktor
Dr. med Walter Linde

Pflegedirektorin
Dorothea Sandhäger
Website www.evk-mettmann.de
www.evk-mettmann.de/leistungen/gesundheitsfoerderung-therapie/institut-fuer-gesundheitsfoerderung.html
AnsprechpartnerIn der Maßnahme Ursula Johanna Klugstedt
Leiterin Institut für Gesundheitsförderung/Elternschule
E-Mail: ifg(at)evk-mettmann.de
Telefon: 02104 773-331

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen

Zahl der vollstationären Planbetten 237
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 54
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen gesamt 131
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 8
Anzahl der AltenpflegerInnen 2
Anzahl der PflegeassistentenInnen 16
Anzahl der Krankenpflegehelfer 3

Projektmotivation / -vorbereitung

Ausgangslage

  • Seit 1999 besteht am EvK Mettmann ein hauseigenes Institut für Gesundheitsförderung (IfG)
    • Ziel war: Optimierung der Gesundheitsförderung bei Patienten / in der Bevölkerung
    • Angebot: ganzheitliches Informations-, Beratungs- und Aktivangebot in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Entspannung und Geburtsvorbereitung.
  • Nach erfolgreicher Implementation wurde der Fokus auf die Gesundheitsförderung der eigenen Mitarbeiter gelenkt
  • 2009 und 2013 Gesundheitspreis der Berufsgenossenschaften (BGW) gewonnen
  • 2013 hat das EvK Mettmann das „Jahr der Pflege“ ausgerufen
    • Zahlreiche Aktivitäten und Maßnahmen wurden ergriffen, um das Pflegepersonal kurzzeitig und langfristig zu entlasten, zu belohnen und für den arbeitsintensiven Alltag zu stärken

 


 Planungen im Vorfeld

  • Strategische Entscheidung der Geschäftsführung, ein Institut für Gesundheitsförderung in einem Haus mit 237 Betten einzurichten
  • Regelmäßige Arbeit des Instituts und Erzeugung einer Haltung und Akzeptanz bei den Mitarbeitern, die Gesundheitsförderung für Mitarbeiter erst möglich machte

 


Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Projektgruppe: Personalleitung, Pflegedirektion, Assistenz der Geschäftsführung, Leitung des Instituts für Gesundheitsförderung, Leitung der Krankenpflegeschule, Qualitätsmanagement, Mitarbeitervertretung

 


Externe Projektförderung und Kooperationen

  • Preisgeld des Gesundheitspreis der Berufsgenossenschaften (2009, 2013)

Projektumsetzung

Ziele

  • Schaffung eines attraktiven Arbeitgebers für die Pflege
  • Pflegepersonal kurzzeitig und langfristig zu entlasten und für den arbeitsintensiven Alltag zu stärken
  • Einrichtung eines Belohnungssystems

Projektdauer

  • Seit 2013

Eingeführte Maßnahmen

  • Befragung bei Pflegemitarbeitern, wie betriebliches Gesundheitsmanagement aussehen sollte
    • Ergebnis: Mitarbeiter wünschten sich Massagen (Teilnahmequote 70%)
    • BGW-Preisgeld 2013 wurde verwendet, um Shiatsu-Masseurin zu engagieren, welche Pflegende jeweils für 10 min während der Arbeitszeit massiert.
    • Maßnahme seitdem in Regelversorgung übernommen
  • Externer Coach wurde engagiert
    • Pflegekräfte wurden teamweise besucht und befragt. Belastungen und Ressourcen wurden stationsweise ermittelt.
    • Ergebnis: Es wurden Gespräche mit der Geschäftsführung und dem Ärztlichen Dienst geführt und organisatorische Maßnahmen in der Pflege getroffen, z.B.
      • Veränderungen bei der Nachtdienstgestaltung wurden vorgenommen (Einsatz/Tausch auf andere/n Stationen)
      • Probleme bei der Schnittstelle mit dem ÄD insbesondere beim Entlassmanagement und der Bettenbelegung führten ebenfalls zu einer Befragung des ÄD durch den externen Coach. Maßnahmen hierzu werden derzeit noch definiert.
      • Pflege hatte kein positives Selbstbild. Vorgeschlagene Lösung, dass Coach als Regelleistung bei Stationspflege abrufbar sein sollte, konnte bis jetzt noch nicht verwirklicht werden
  • Mitarbeiter erhalten auf die ca. 170 Kursangebote pro Halbjahr des Instituts für Gesundheitsförderung 50 Prozent Rabatt
  • Mitarbeiter haben zusätzlich die Möglichkeit, im hauseigenen Therapiezentrum Mettmann (Geräte für Ausdauer- und Krafttraining) zu trainieren mit professioneller Betreuung an sieben Tagen in der Woche (Rabatt auf Zehnerkarten und Mitgliedschaft von 30 Prozent)
  • Warmwasser-Massagebett steht den Mitarbeitern in Pausen für 15-minütige Massageeinheiten zur Verfügung (angeschafft vom Preisgeld für den BGW Gesundheitspreis 2009)
  • Es gibt ein internes Bonussystem für Mitarbeiter, die an Sportkursen, Fortbildungen zum Thema Gesundheit und Vorsorgeuntersuchungen beim Haus-/Facharzt oder Zahnarzt teilnehmen: Mitarbeiter erhalten Bonuspunkte, die im Institut für Gesundheitsförderung eingelöst werden können oder Wertgutscheine von bis max. 44 EUR (zweimal pro Jahr).
  • Es existiert ein betriebliches Vorschlagswesen: Beteiligung der Mitarbeiter anteilsmäßig wenn möglich sonst über Anerkennungsgebühr
  • Weitere Maßnahmen sind geplant: Auftaktveranstaltung zu Deeskalationstraining in der Pflege (November 2016), rückenfreundliches Pflegen
© Evangelisches Krankenhaus Mettmann GmbH

Projektbeurteilung

Auswirkungen der Neuerungen auf die Berufsgruppen und das Klinikum

  • von 10 Bewerbern in der Pflege geben im Bewerbungsgespräch als Grund ihrer Bewerbung auch das betriebliche Gesundheitsmanagement an


Evaluationsergebnisse

  • Teilnahme von Mitarbeitern am Bonusprogramm und Fördermaßnahmen von 17 Anmeldungen (im Jahr 2012) auf 187 Anmeldungen (in 2014) gestiegen

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Bewusstsein und Interesse der Mitarbeiter an der eigenen Gesundheit geweckt
  • Mitarbeiter haben erkannt, dass sie sich um ihre Gesundheit kümmern müssen und setzen die Erkenntnis aktiv in die Tat um