Daten zum Modell

   
Datum 24.09.2012
Ort Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel – Evangelisches Krankenhaus Bielefeld gGmbH und Krankenhaus Mara gGmbH Bielefeld
Interviewpartner Christoph Schmidt, Pflegedirektor
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme Bildung eines Teams mit Young Nurses
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Evangelisches Krankenhaus Bielefeld gGmbH und Krankenhaus Mara gGmbH Bielefeld
Maraweg 21
33617 Bielefeld
Einrichtungsleitung Ärztlicher Direktor:
Prof. Dr. med. Martin Driessen

Pflegedirektor:
Christoph Schmidt

Verwaltungsdirektor
Rolf Eickholt
Ansprechpartner der Maßnahme Christoph Schmidt
Tel: 0521 / 77 27 80 27
susanne.grosse@evkb.de (Sekretariat)

Struktur- und Leistungsdaten - Kennzahlen

Zahl der vollstationären Planbetten 1.650
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 464
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen Gesamt 925
Anzahl der Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 204

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Überalterung der Pflegeteams, Fehlen von Pflegendenden mittleren Alters (35-45 Jahre), Kündigung junger Pflegefachpersonen kurz nach dem Examen.

Planungen im Vorfeld

  • Mehrere Informationsveranstaltungen
  • Klärung der Bedenken von MedizinerInnen, Krankenpflegeschule und erfahrenen Pflegenden.

Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Pflegedirektion, Abteilungsleitung.

Externe Projektförderung und Kooperationen

  • keine

Projektumsetzung

Ziele

  • Steigerung der Attraktivität des Arbeitsplatzes im ev. Krankenhaus Bielefeld für junge Pflegende.

Zielgruppe

  • Junge gerade examinierte Pflegende.

Elementare Konzeptbestandteile

  • Selbstorganisation, Selbstbestimmung

Verfahren

  • Es wurden aus zwei Teams gemischter Altersstufen zwei neue Teams gebildet, ein Team mit jungen, gerade examinierten Pflegenden und ein Team mit erfahrenen Pflegenden.

anfängliche Akzeptanz

  • Ältere MitarbeiterInnen der Pflegenden fühlten sich anfangs sehr verunsichert. Große Skepsis seitens der Mediziner bzgl. des fehlenden Erfahrungswissens junger Pflegender

Projektverlauf

  • 1. Phase: Aufklärung im gesamten Haus, interdisziplinär – junge Pflegefachpersonen, die ihr Examen vor kurzer Zeit im Haus gemacht haben, oder neu gekommen sind, wurden eingeladen am Projekt teilzunehmen
  • 2.Phase: Vorbereitung der neuen Teams in Form von Klausurtagen
  • 3.Phase: Beginn der Arbeit in den neuen Teams am 1.April 2012, Begleitung durch Klausurtage, regelmäßige Teamsitzungen, intensive Begleitung durch die Abteilungsleitung.

Projektdauer

  • Sechs Monate Vorbereitungszeit

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse

  • Mitarbeiterbefragung, Krankenstandanalyse, Subjektive Erfahrungen

 


Evaluation der Maßnahme

  • Krankenstandanalyse, Reflexion im Team.
  • Im Jahr 2015 wird eine Mitarbeiterbefragung im Umfang von ca. 100 Fragen zur Erfassung der Zufriedenheit stattfinden.

 


Evaluationsergebnisse

  • Arbeitszufriedenheit ist groß, Krankenstand gesunken von 6,7% auf 3,6%, gute Bewerberlage.

 


Zielerreichungsgrad

  • Die Ziele sind in den ersten 1-2 Jahren erreicht worden.
  • Das ursprüngliche Team der Young Nurses hat sich danach jedoch stark in seiner Besetzung geändert. Durch viele Neuanstellungen mit erfahrenen Fachkräften konnte die Altersverteilung des Teams nur für ca. 1-2 Jahre aufrechterhalten werden. Auf Dauer war es nicht möglich, den Altersdurchschnitt weiterhin so niedrig zu halten. Dies war jedoch zu Beginn auch nicht unbedingt vorgesehen.

 


Übernahme der Maßnahmen in die Regelversorgung

  • Direkt in die Regelversorgung übernommen.

 


Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Das Projekt konnte zügig umgesetzt werden.

 


Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

  • Die Bedenken der erfahrenen PflegemitarbeiterInnen konnten nicht gänzlich ausgeräumt werden.
  • Auch in den Abteilungen, in denen das Modell umgesetzt wurde, war Fluktuation vorhanden bzw. konnte nicht verhindert werden, so dass der Altersdurchschnitt nicht aufrecht erhalten werden konnte.

 


Rückblickend anders machen

  • Vorbereitungsphase kürzen, erfahrene Pflegende intensiver begleiten

 


förderliche Faktoren

  • Sehr gute Zusammenarbeit mit der MitarbeiterInnenvertretung, Rückendeckung von der Geschäftsführung

Eingeführte Maßnahme

Größte Auswirkung

  • Es ist mit diesem Projekt gelungen, die junge Generation Pflegender zu halten und für sie attraktive Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Die Bewerberlage ist vor allem auf den Stationen, auf denen das Modell umgesetzt wurde sehr gut. Der „Spirit“ bzw. eine Art Aufbruchsstimmung ist auf diesen Stationen immer noch zu spüren. Diese Tatsache hat sich auch an der Pflegeschule herumgesprochen, da für das Modell auch dort eine Akquise von jungem Fachpersonal stattfand.

 


Größte Veränderung

  • Junge Pflegende bekommen die Möglichkeit, sich zu entfalten, selbstbestimmt Dinge zu entwickeln.