Daten zum Modell

   
Datum 14.06.2012
Ort Pfalzklinikum Klingenmünster
InterviewpartnerIn Birgit Fuchs, Einrichtungsleiterin der Einrichtung „Betreuen- Fördern- Wohnen“
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme Einführung eines nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie AdöR
Weinstraße 100
76889 Klingenmünster
Klinikleitung Verwaltungsratsvorsitzender:
Theo Wieder

Geschäftsführer:
Paul Bomke
AnsprechpartnerIn der Maßnahme Birgit Fuchs
Tel.: 0 63 49 / 900-4501
infobfw@pfalzklinikum.de

Struktur- und Leistungsdaten - Kennzahlen

Zahl der vollstationären Planbetten 1.008
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 97,2
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen Gesamt 492
Anzahl der Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 0

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

Aufgrund des demografischen Wandels werden 2018 im Pfalzklinikum mindestens 50% der Belegschaft über 50 Jahre alt sein, die über 60-Jährigen werden mit ungefähr 10% vertreten sein, bisher vertreten mit ca. 0,1%.


Planungen im Vorfeld

gemeinsamer Strategieprozess der Geschäftsführung und der oberen Führungsebene


an der Planung beteiligte Berufsgruppen/Personen

Vorstand


Externe Projektförderung

Über den Europäischen Sozialfonds (ESF) wurde ein Projektantrag zur Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen für den Zeitraum von 2012-2014 genehmigt. Diese Weiterbildungen sind Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Projektumsetzung

Ziele

  • Nachhaltige Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements


Zielgruppe 

  • Alle MitarbeiterInnen der verschiedenen Einrichtungen des Pfalzklinikums


Elementare Konzeptbestandteile

  • Gesundheitszirkel
  • Diversity-Ansatz
  • Teamlernen


Teilprojekte

  • „Lernen lernen“ - ein Prozess, in dem bottom up in Workshops, Lerncafés etc. herausgearbeitet wurde, was den MitarbeiterInnen beim Thema Lernen besonders wichtig ist. Im Rahmen des ESF–Projektes: Weiterbildung der BGM-Beauftragten (8 Tage über zwei Jahre; Inhalte: Moderation von Gruppen, Konflikte in Gruppen, Salutogenese, Empowerment)
  • Schulung zum Thema Coping-Strategien für 320 MitarbeiterInnen
  • Schulung für die komplette mittlere Führungsebene zum Thema BGM
  • Einrichtung von bereichsspezifischen multidisziplinären Gesundheitszirkeln, in denen Maßnahmen ausschließlich von MitarbeiterInnen entwickelt werden, unter der Moderation von BGM- Beauftragten. Die Maßnahmen aus den Gesundheitszirkeln lenken die Mitarbeiterverantwortung auch auf andere Arbeitsprozesse.


Verfahren

Implementierung von BGM- Beauftragten in jeder Einrichtung, die teamspezifische Gesundheitszirkel leiten. In den Gesundheitszirkeln werden passgenau Maßnahmen entwickelt. Neben dem Teamansatz ist individuelle Fortbildung weiterhin möglich.


anfängliche Akzeptanz

Die Führungskräfte hatten anfangs die Sorge der Überforderung. Die Reaktionen der BGM-Beauftragten waren einerseits geprägt von Zuversicht und andererseits der Überzeugung, dass es zur erfolgreichen Umsetzung der Unterstützung durch die Einrichtungsleitung bedarf. Von den MitarbeiterInnen kamen sowohl positive wie negative Rückmeldungen.


Projektverlauf 

  • Aufbau von Strukturen: Benennung von BGM-Beauftragten; BGM-Beauftragte bilden eine Fachgruppe, die sich zweimal im Jahr trifft, Themen: Entwicklung von Strukturen für BGM, Rollenfindung als BGM-Beauftragte, Rahmen der Reflektion/Begleitung.
  • Kampagnenstart ab Mai 2012: Insgesamt 40 Informationsveranstaltungen für die MitarbeiterInnen, in denen die jeweiligen BGM-Beauftragten vorgestellt und Informationsstand, Erwartungen und Befürchtungen geklärt wurden. Im ersten Halbjahr 2013 erste Gesundheitszirkel in den einzelnen Bereichen.
  • Schulung von mehr als 100 Führungskräften sowie weiteren 400 MitarbeiterInnen in Gruppenseminaren
  • Einrichtung bereichsspezifischer multidisziplinärer Gesundheitszirkel, in denen MitarbeiterInnen Maßnahmen entwickeln
  • Einrichtung eines festimplementierten Gesundheitsmanagements an allen 13 Standorten des Klinikums


Projektdauer

  • ESF-Projekt 2012 bis 2014
  • Gesamtprojekt wurde in Regelstrukturen überführt


Projektgruppe

  • Vorstandsmitglied
  • Mitarbeiterin für das Gesundheitsmanagement
  • Personalabteilung
  • Innerbetriebliche Bildung
  • Arbeitssicherheitsausschuss
  • Personalvertretung

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse 

  • 2007 wurden im Rahmen des Projektes „Demografiestabiles Pfalzklinikum“ verschiedene Analysen durchgeführt:
    • Aufgrund von Daten aus der Personalabteilung wurden unterschiedliche Altersszenarien entwickelt.
    • Im Haus vorhandene Führungs- und Personalentwicklungsinstrumente wurden auf ihr Veränderungspotenzial hin untersucht und einer qualitativen Bewertung unterzogen.
    • In drei kleinen, belasteten Bereichen wurden Arbeitsbewältigungscoachings durchgeführt.
  • Beim Projekt „Lernen lernen“ wurden von den MitarbeiterInnen Konzepte entwickelt, wie sie lernen wollen, nämlich: Lernen im Team vor Ort.


Evaluationsergebnisse 

  • Evaluation wird nach Ende der Förderphase durchgeführt (Q1 2015).
  • In Informationsveranstaltungen wurden 550 MitarbeiterInnen erreicht


Übernahme der Maßnahmen in die Regelversorgung

  • Verantwortlichkeiten wurden bestimmt und Strukturen geschaffen, die in den Betriebsalltag integriert wurden.


rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Konzept der nachhaltigen Implementierung
  • gute Ausgangsanalyse
  • Projekt „Lernen lernen“ als Basis für die Entwicklung
  • Hohe Mitarbeiterbeteiligung, insbesondere über angebotene Maßnahmen


förderliche Faktoren

  • Strategieprozess der Geschäftsführung mit der oberen Führungsebene