Daten zum Modell

   
Datum 27.08.2010
Ort Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Interviewpartner Frank Müller, Pflegedirektor
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme "GePP" – Gesund Psychiatrisch Pflegen. Gesundheitsförderung durch Etablierung gesundheitsförderlicher Arbeitsstrukturen
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Dautenheimer Landstraße
66 55232 Alzey
Klinikleitung Ärztlicher Direktor
Dr. med. Wolfgang Guth

Pflegedirektor
Frank Müller

Geschäftsführer
Dr. Gerald Gaß
Webseite www.rheinhessen-fachklinik-alzey.de
Ansprechpartner der Maßnahme Frank Müller, Pflegedirektor
Telefon: 06731 / 50-15 62
f.mueller@rfk.landeskrankenhaus.de

André Hennig
Projektkoordination und wiss. Mitarbeiter

Struktur- und Leistungsdaten

Anzahl der Ärztinnen/Ärzte 75
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 346
Anzahl der Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 28
vollstationäre Planbetten 740

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

Zielsetzung des Trägers, die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen, mit dem Schwerpunkt der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Die Auswertung von Arbeitsunfähigkeits-Analysen (AU) zeigt eine Häufung psychischer Erkrankungen bei MitarbeiterInnen in der Pflege. Stationsleitungen als Führungskräfte haben großen Anteil an Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen


Planungen im Vorfeld

Erarbeitung einer Standortbestimmung unter Nutzung anonymisierter AU- Daten der AOK und weiterer Erhebungen zu Ausfallzeiten in der Pflege.


An der Planung beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Pflegedienstleitung
  • Geschäftsführung
  • wissenschaftlicher Mitarbeiter


Externe Projektförderung

  • Unfallkasse Rheinland-Pfalz
  • Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Projektumsetzung

Ziele

  • Erhöhung der Attraktivität des Arbeitsplatzes für die MitarbeiterInnen
  • gesundheitsfördernde Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien bei Pflegefachpersonen, Reduktion von Ausfallzeiten


Zielgruppe

Stationsleitungen und Pflegefachpersonen


Elementare Konzeptbestandteile

  • Orientierung an dem Prinzip der Salutogenese
  • Befähigung der Stationsleitungen, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen für Pflegefachpersonen
    zu schaffen
  • Übertragung von Verantwortung und Ausweitung der Partizipation bei Pflegefachpersonen


Verfahren

  • Fünftägige Schulung der Stationsleitungen auf der Grundlage eines Curriculums
  • Coachingangebot für die Stationsleitungen während der Einführungsphase
  • Nutzung des Bezugspflegemodells RokoKom® (Rollenverteilte, kontinuierliche Kommunikation): Ein Modell, in dem eine Pflegefachperson im Sinne einer Prozessbegleitung für den gesamten Behandlungsverlauf der PatientInnen in Abstimmung mit den anderen Berufsgruppen verantwortlich ist, als Vehikel, um gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, d.h. die Übertragung von Verantwortung und aktive Partizipation am Behandlungs- und Pflegeprozess werden als gesundheitsförderliche Elemente genutzt.


Modell-Beispiele

Auf einer Modellstation ist eine Pflegefachperson mit einer mind. dreijährigen Ausbildung für 3-4 PatientInnen kontinuierliche AnsprechpartnerIn im gesamten Behandlungsverlauf.     
Sie erstellt die Pflegeplanung, kann Fallbesprechungen einberufen und ist für die Belange der PatientInnen die HauptansprechpartnerIn.


Anfängliche Akzeptanz

Gute Akzeptanz bei den Pflegenden


Projektverlauf

  • Projektverlauf    
  • Standortbestimmung
  • Entwicklung Projektstrukturen
  • Entwicklung Evaluationsdesign
  • IST-Analyse
  • Schulung der Stationsleitungen
  • Auswahl der geeigneten pflegerischen MitarbeiterInnen für die Prozessbegleitung
  • Beginn des Projektes auf den Projektstationen
  • Evaluation


Projektdauer

2007-2010


Projektstruktur

  • Projektleitung
  • erweiterte Projektgruppe
  • (wissenschaftlicher) Beirat


Projektgruppe

  • Pflegedirektion
  • wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • Leiterin und Mitarbeiterin des Fort- und Weiterbildungsinstitutes
  • externer Moderator

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse

Eigene Standortanalyse und Vergleich mit angrenzenden Krankenhäusern im Bereich der AU und deren Hauptdiagnosen in der Pflege, Arbeitsunfähigkeitsanalyse der AOK, mit den gehäuft auftretenden Diagnosen psychischer und Verhaltensstörungen.


Evaluation der Maßnahme

Quantitiative Studie mit einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe, Auswertung der erlebten Bewältigungsfähigkeit mit dem SALSA-Fragebogen zu drei Zeitpunkten (vor, während und nach Abschluss des Projektes).

Als Evaluationsschleifen im Verlauf des Projektes über Auswertung der Interviews mit den Coaches, die Ansprechpartner der Stationsleitungen waren, die endgültige Evaluierung des Projektes findet über die Auswertung drei Fragebogenerhebungen vor, während und am Ende des Projektes statt.


Evaluationsergebnisse

Die Auswertung über ein externes Unternehmen steht noch aus.


Zielerreichungsgrad

s.o.


Übernahme der Maßnahmen in die Regelversorgung

Die Übernahme des jeweils angepassten Bezugspflegesystems Rokokom® auf alle Bereiche ist geplant.


Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

Konzeptionell Ansprüche des Unternehmens, der pflegerischen MitarbeiterInnen sowie der PatientInnen in Einklang zu bringen.

Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

Die Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen war zu Beginn des Projektes aufgrund von Informationslücken von großen Widerständen geprägt.

Rückblickend anders machen

Frühzeitige Information und Einbindung aller beteiligten Berufsgruppen.


Förderliche Faktoren

Unterstützung durch die Geschäftsleitung, wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung im gesamten Projektverlauf.

Hemmende Faktoren

Widerstand und Ängste anderer Berufsgruppen wie MedizinerInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen.

Eingeführte Maßnahme

Größte Auswirkung

Noch nicht absehbar

Größte Veränderung

Verstärkte Rollendefinition der Stationsleitung im Sinne einer Führungsrolle.

Kompetenzerweiterung  und Übernahme von größerer Verantwortung für den Patientenverlauf durch Pflegefachpersonen.

Einführung des Bezugspflegemodells Rokokom®  und damit Etablierung eines strukturierter Begleitungsprozess für  PatientInnen.

Publikation der Maßnahme