Daten zum Modell

   
Datum 04.03.2011
Ort Städtisches Klinikum Karlsruhe gGmbH
Interviewpartner Josef Hug, Pflegedirektor
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Städtisches Klinikum Karlsruhe
Moltkestraße 90
76133 Karlsruhe
Klinikleitung Geschäftsführung
Prof. Dr. Martin Hansis
Tel.: 0721974 / 1001

Dipl.-Kaufmann Ulrich Meier
Tel.: 0721974 / 1030
Fax: 0721974 / 1009
Geschaeftsfuehrung@klinikum-karlsruhe.de
Webseite www.klinikum-karlsruhe.de/
Ansprechpartner der Maßnahme Geschäftsbereich Pflegedirektion
Pflegedirektor, Prokurist
Josef Hug
Moltkestraße 90
76133 Karlsruhe
Haus A
Tel.: 0721974 / 1020
Fax: 0721974 / 1019
Josef.Hug@klinikum-karlsruhe.de

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen 2010 (Vollkraftanteile)

Planbetten 1.541
Patienten stationär 65.152
Ärztinnen/Ärzte insgesamt (außer Belegärztinnen/Belegärzte) 505
davon Fachärztinnen/Fachärzte 264
Belegärztinnen/Belegärzte (nach § 121 SGB V) 0
Ärztinnen/Ärzte, die keiner Fachabteilung zugeordnet sind 4
Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 1.067
Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 240
AltenpflegerInnen 8
PflegeassistentInnen 0
KrankenpflegerInnen 29
Hebammen/Entbindungshelfer 34
Operationstechnische Assistenz 9
PflegehelferInnen 39

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Die Effekte der demographischen Entwicklung werden auf das Städtische Klinikum in der Zukunft in mehrerer Hinsicht Auswirkungen haben:
    • Der medizinische Fortschritt und die insgesamt steigende Lebenserwartung werden sowohl die Fallzahl wie auch die Fallschwere beeinflussen.
    • Die Zahl der MitarbeiterInnen, insbesondere im medizinischen Bereich (Ärztinnen/Ärzte und Pflegekräfte), wird voraussichtlich zunehmen.
    • Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Nachwuchskräfte in o.g. Berufen ist begrenzt. 
  • Im Rahmen der kontinuierlichen Personalgewinnung und Personalerhaltung sowie der im Pflege- und Funktionsdienst in hohem Maße vorhandenen Personalentwicklungsmaßnahmen wird eine ständige Analyse der Gesamtpersonalplanung durchgeführt.

 


Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Pflegedirektion, Pflegedienstleitungen der Stationen, Stationsleitungen, Betriebsrat, Geschäftsbereich Personal, Betriebsärztlicher Dienst, Arbeitssicherheit, Gleichstellungsbeauftragte, Studierende Pflegemanagement (Bachelorthesis)

 


Externe Projektförderung und Kooperationen

Unfallkasse Baden-Württemberg
Fachhochschule Esslingen

Projektumsetzung

Ziele

  • Die Zeitspanne eines beruflichen Lebens im Pflegedienst reicht heute von 17 bis 67 Jahren. Diese gesamte Zeitspanne wird im Städtischen Klinikum in fünf Lebensphasen von je einer Dekade unterteilt. Unter diesem Fokus werden Schwerpunkte bezüglich der beruflichen und persönlichen Entwicklung lebensphasengerecht bearbeitet.
  • Vom Einstieg in die Ausbildung bis zur Zielerreichung und Überleitungsphase in den Ruhestand wird eine durch aktives Handeln von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite berufliche Entwicklung projektiert und permanent an die gesetzlichen, ökonomischen und medizinischen Rahmenbedingungen angepasst.
  • LAP© berücksichtigt unter Beachtung der individuellen physischen und psychischen Leistungsfähigkeit alle relevanten psycho-sozialen Faktoren und Entwicklungen sowie die persönlichen Ziele des Einzelnen, die auf eine dauerhafte berufliche Perspektive im Pflegedienst ausgerichtet sind.


Projektdauer

  • seit 2010

Projektbeurteilung

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

Es konnten für jede der Altersgruppen spezifische Probleme herausgearbeitet werden. Deutlich wurden aber auch, welche altersgruppenübergreifende Belastungen existieren.

Eingeführte Maßnahme

  • Das Projekt wurde in einer zentralen Informationsveranstaltung, an der 350 Pflegekräfte teilnahmen, vorgestellt.
  • Es wurden getrennte Workshops für jede der fünf unterschiedenen Lebensphasen durchgeführt. In diesen Workshops wurden thematisiert:
    • die physische Leistungsfähigkeit
    • die psychische Leistungsfähigkeit
    • die Arbeitsplatzgestaltung
    • die Aufgaben des Städtischen Klinikums Karlsruhe
    • eigene Initiativen der MitarbeiterInnen.

  • Es zeigen sich Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in den diskutierten Punkten. Insofern sind lebensphasengerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen.

  • Richtungsweisend für die physische und psychische Leistungsfähigkeit in den verschiedenen Altersphasen sowie für darüber hinausgehende Bedürfnisse der Pflegenden und damit für das Projekt ist eine 2010 durchgeführte anonymisierte Mitarbeiterbefragung, die sich mit dieser zentralen Fragestellung beschäftigt. Die Unfallkasse Baden-Württemberg als Kooperationspartner des LAP©-Projekts führte diese Befragung mittels des Copenhagen Psychosocial Questionnaire-Fragebogens (COPSOQ) durch. Hierbei handelt es sich um ein Screening-Instrument zur Erfassung psychischer Belastungen und Beanspruchungen im beruflichen Umfeld in Bezug auf Arbeitsanforderung, persönliche Einflussnahme, Regelungen und Abläufe am Arbeitsplatz sowie das Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben. Die Beteiligung lag bei ca. 57% (1.019 MitarbeiterInnen).
  •  Weitere Schwerpunkte des Projekts sind:
    • Weitere Verbesserung der Arbeitszeitregelungen/Kernzeitregelungen
    • Weitere Verbesserung des Arbeitsklimas
    • Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
    • Verstärkung der Prävention
    • Fortlaufende Qualifikationsmaßnahmen
    • Entwicklung eines statistischen Grundgerüstes
    • Entwicklung von Stationspartner und -patenschaften zur Rotation und einen dauerhaften Arbeitsplatzwechsel
    • Individualberatung mit persönlicher Zielsetzung ab 47+ und 57+
    • Fortlaufende Bereitstellung und Analyse der Literatur und von Veröffentlichungen
    • Darstellung beruflicher Biographien auf freiwilliger Basis

Zu jedem dieser Schwerpunkte wurden Arbeitsgruppen mit fester Gruppenstruktur gebildet, die das Thema vertiefen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten sollen. Die Gruppenstruktur besteht in der Regel aus zwei bis drei Pflegedienstleitungen und mindestens sechs bis sieben Stations- und Funktionsbereichsleitungen des Klinikums.
Prospektiv wird dieses Konzept in die Praxis zu implementieren, jährlich zu evaluieren und bei Bedarf anzupassen sein. Alle Pflegedienstleitungen des Hauses sind nach offizieller Verabschiedung und Freigabe der Maßnahmen zentral verantwortlich für die Erarbeitung und Umsetzung der konzeptionellen Ziele.