Daten zum Modell

   
Datum 07.02.2011
Ort Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, Berlin
Interviewpartner Thorsten Rosenbäck, Projektkoordinator/Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Themenkategorie „Lebensphasengerechtes Arbeiten in der Pflege“
Maßnahme Demografiefeste Arbeitsplätze in der Pflege (demogAP) – Nachhaltige und breitenwirksame Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung einer langen Beschäftigungsfähigkeit in Pflegeberufen
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH Berlin
Oranienburger Straße 285
13437 Berlin
Klinikleitung Das Projekt demogAP ist ein zentrales Projekt der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH im GF- Bereich PM.
Die Durchführung erfolgt in den Pilothäusern, Klinikum im Friedrichshain, Wenckebach-Klinikum, Humboldt-Klinikum.
Die Führung der Kliniken erfolgt über die Regionaldirektion (Ärztlicher- und Verwaltungsleiter in einer Person) und der Pflegedirektion.
Projektleiter Ralf Wagner
Stv. Direktor Pflege- und Betreuungsmanagement
Webseite www.vivantes.de
Ansprechpartner der Maßnahme Thorsten Rosenbäck
Projektkoordinator/Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel.: 030 / 130-192520
thorsten.rosenbaeck@vivantes.de

Struktur- und Leistungsdaten

Zahl der vollstationären Planbetten Voll/Teilstationäre Betten: 5.200 - Fälle (DRG) 213.465
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen VK = 1.480
Köpfe = 1.722
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen incl. Kinderkrankenpflege = VK 2.954
Köpfe. 4.393 incl. 565 Auszubildende

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Durch die soziodemografischen Entwicklungen werden die Anzahl der kranken Menschen und die Zahl der Ein-Personen-Haushalte steigen. Dies zieht einen erhöhten Pflegebedarf nach sich. Demgegenüber steht eine sinkende Zahl von potenziellen Auszubildenden in Pflegeberufen und eine alternde Belegschaft.
  • Trotz eines hohen Problembewußtseins im Unternehmen gibt es noch nicht ausreichend befriedigende Lösungen, mit dieser Problematik umzugehen.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im Europäischen Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (Luxemburger Deklaration), Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind im Unternehmen etabliert.


Planungen im Vorfeld

  • Das Modellprogramm wurde öffentlich ausgeschrieben, das Unternehmen hat sich beworben und den Zuschlag 2010 bekommen.


Projektleitung

  • Prof. Dr.-Ing. Martin Schmauder; Technische Universität Dresden (Professur für Arbeitswissenschaft)


Projektpartner

  • contec Gesellschaft für Organisationsentwicklung GmbH
  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
  • IEGUS Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft GmbH


Praxispartner

  • Maternus Altenheim GmbH & Co.KG
  • Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung
  • Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH


Externe Projektförderung

  • Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
  • Fachlich begleitet von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua)
  • Begleitet durch die Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (gsub)

 

Projektumsetzung

Ziele

  • Es soll eine praktische und anwendungsorientierte Handlungshilfe entwickelt werden, die den Pflegeeinrichtungen und Kliniken eine systematische und ganzheitliche Förderung der Beschäftigungsfähigkeit ihrer MitarbeiterInnen ermöglicht durch:
    • die systematische Aufbereitung existierender Instrumente zur Erfassung des Handlungsbedarfs und vorhandener Konzepte zur Förderung einzelner Aspekte der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit sowie deren Anpassung an die Pflege (Toolbox)
    • die Entwicklung eines Prognosemodells für die strategische Personalplanung für die Träger (DemoCheck)
    • Breitentransfer und Nachhaltigkeit erarbeiteter Ergebnisse


Zielgruppe

  • Berufsgruppe der Pflegenden


Elementare Konzeptbestandteile

  • Entwicklung verschiedener Produkte
    • DemoCheck: Analyseinstrument zur qualifizierten Bewertung der demografischen betrieblichen Situation mit Maßnahmenempfehlungen
    • Toolbox: Zusammenstellung von bewährten Werkzeugen, Maßnahmen und Best-Practice-Beispielen zur demografiefesten Arbeitsgestaltung
    • Demografie- und Gesundheitscoach: Qualifizierung von Unternhemensangehörigen zu Multiplikatoren, die spezifisches demografisches Know-how und Methodenkompetenz erwerben
    • Demografiefeste Tätigkeitsprofile: Handlungsempfehlungen für demografiesensible Tätigkeiten und Arbeitsumgebungen
    • Im Laufe des Projektes werden diese Produkte in Piloteinrichtungen eingeführt und getestet. Es erfolgt eine Evaluation der Umsetzungsschritte mit anschließender Aufbereitung der Umsetzungserfahrungen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Vorträge, Messeauftritte, Homepage) sowie eines projektbegleitenden Ergebnistransfers (Arbeitskreise) wird ein reger Austausch und fachliche Vernetzung mit/von Verbänden, Schulungszentren und Branchennetzwerken stattfinden.


Verfahren

  • In der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH wurden drei Pilotkliniken ausgewählt. Pro Klinik wurde die Stelle eines sogenannten Demografie- und Gesundheits-Coaches (DGC) ausgeschrieben. Diese Stellen sind auf die Projektzeit von zwei Jahren befristet. Diese DGCs wurden nun gemeinsam mit den DGCs der anderen Praxispartner geschult. Der Projektpartner contec GmbH hat das Ausbidungsprogramm entwickelt und die Ausbildung durchgeführt.
  • Die DGCs haben die Aufgabe, den Prozess der Umsetzung auf der Basis des mit der Direktionsebene und dem Controlling durchgeführten DemoChecks auf den Stationen zu begleiten. Die Maßnahmen und Handlungsempfehlungen werden in vorhergehenden Workshops, gemeinsam mit den MitarbeiterInnen anhand der Analyse von Unterstützungsmöglichkeiten des Unternehmens und der Toolbox erarbeitet.
  • Sie sind gleichermaßen Ansprechpartner für das Stationsteam und für die Leitung der Station als auch Kommunikatoren zu den Leitungsebenen bis hin zum Lenkungsausschuss. Hierzu steht ihnen eine Kerngruppe mit multiprofessioneller Besetzung aus den Bereichen Personalentwicklung/Changemanagement, betriebsärztlichem Dienst, Pflege- und Betreuungsmanagement, der Mitarbeitervertretung und ein wiss. Mitarbeiter als unterstützendes Gremium zur Seite.
  • Zwischen den Projektpartnern, also den verschiedenen Begleitunternehmen und den Praxispartnern, findet ein regelmäßiger Austausch statt, welcher von der übergeordneten Steuerungsgruppe der TU Dresden organisiert wird.


Modell-Beispiele

  • Der Demo-Check ist aufgeteilt in zwei Bereiche, der eine Bereich ist ein reiner Kennzahlenteil, der andere ist ein reiner Fragenteil, der schwerpunktmäßig an die Führungsebene gerichtet war. Der Fragenteil hat vier große Handlungsbereiche wie Führung/Kommunikation, Personalentwicklung, Arbeitsorganisation und betrieblicher Gesundheitsschutz. Konkret werden hier Fragen zu den Belastungen der MitarbeiterInnen gestellt, zur Heranführung von MitarbeiterInnen, wie werden sie beworben, wieweit kann berücksichtigt werden, dass es eine gute Altersverteilung in den stationären Bereichen gibt, aber auch Fragestellungen zur Führungskultur und Arbeitsorganisation.


Anfängliche Akzeptanz

  • Das Instrument Demo-Check ist über einen Prätest in einer Klinik der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH erfolgreich evaluiert worden.


Projektdauer

  • 16.11.2009 bis zum 15.11.2012
  • Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH Berlin ist seit 2010 Praxispartner


Projektgruppe

  • Hausinterner Lenkungsausschuss:
    • Geschäftsführerin Klinikmanagement
    • Geschäftsführer Personalmanagement
    • Ressortleiterin des Change Managaments/Personalentwicklung
    • Direktorin des Pflege- und Betreuungsmanagements
    • wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse

  • Das Instrument Demo-Check ist selbst ein Analyseinstrument, mit dem die Ausgangslage analysiert wird.


Evaluation der Maßnahme

  • Durch die Technische Universität Dresden
    • Projektverlauf wird evaluiert durch Fragebögen
    • Die Instrumente Demo-Check und Toolbox werden kontinuierlich getestet und weiterentwickelt


Evaluationsergebnisse

  • Das Instrument Demo-Check ist in einem Prätest in einer Klinik der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH erfolgreich evaluiert worden.
  • Weitere Ergebnisse liegen zum momentanen Zeitpunkt noch nicht vor.


Übernahme der Maßnahmen in die Regelversorgung

  • geplant nach Projektende


rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Die Ausbildung der Demografie- und Gesundheitscoaches wird als sehr gelungen empfunden.


förderliche Faktoren

  • Erfahrungsschatz des Unternehmens zum Thema betriebliche Gesundheitsförderung
  • breite Unterstützung von der Unternehmensleitung

Publikation der Maßnahme