Daten zum Modell

   
Datum 08.02.2011
Ort Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg
Interviewpartner Michael Frank, Direktor des Pflege- und Patientenmanagements
Themenkategorie „Neue Arbeitsteilung und Prozessgestaltung“
Maßnahme Einführung des Pflegeorganisationssystems der Primären Pflege als ein Modul eines umfassenden Reorganisationsprozesses von der Aufnahme bis zur Entlassung
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg
Landshuter Straße 65
93053 Regensburg
Klinikleitung Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. Wolf F. Wieland

Direktor des Pflege – und Patientenmanagements
Michael Frank

Geschäftsführung

Dr. Joachim Ramming
Webseite caritasstjosef.de
Ansprechpartner der Maßnahme Direktion für Pflege-und Patientenmanagement
Michael Frank
Tel.: 0941 / 782 2610
mfrank@caritasstjosef.de

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen 2010

Zahl der vollstationären Planbetten 311
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 111
Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 149
(ohne Dialyse, OP, Anästhesie und Nothilfe)
Anzahl der Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 12

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Veränderungen im Gesundheitswesen, Einführung der DRGs
  • seit 1993 Organisationsentwicklungsprozess
  • Entwicklung des prozessorientierten Krankenhauses mit den Modulen zentrales Belegungsmanagement, zentrale Patientenaufnahme, Primäre Pflege, Prozessorientierte Aufgabenverteilung

 


Planungen im Vorfeld

  • Literaturrecherche / Hospitation auf einer psychiatrischen Station
  • Erstellen eines Projektplans
  • Einholen des Einverständnisses aller Klinikdirektoren

 


An der Planung beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Direktor für Pflege- und Patientenmanagement
  • stellvertretende Direktorin für Pflege- und Patientenmanagement
  • Assistentin der Direktion für Pflege- und Patientenmanagement
  • Stationsleitungen der 3 Pilotstationen
  • externe Beratung durch Petra Schütz-Pazzini / Organisationsberatung im Gesundheitswesen

 


Externe Projektförderung

  • Keine externe Förderung

Projektumsetzung

Ziele

  • Pflege übernimmt Prozessverantwortung
  • optimierte Patientendurchlaufsteuerung
  • Steigerung der Behandlungsqualität
  • Steigerung der Patientenzufriedenheit/Patientenorientierung
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit

 


Zielgruppe 

  • Berufsgruppe der Pflegenden


Elementare Konzeptbestandteile

  • Stationsleitung ist Prozesstreiber
  • jede examinierte Pflegeperson kann als Primäre Pflegekraft arbeiten
  • die Primäre Pflegekraft ist FallmanagerIn
  • dezentrale Führung, Führung nach dem Empowerment-Prinzip
  • Nach den fünf Kernelementen von Mary Manthey

 


Verfahren

Nach dem Zentralen Belegungsmanagement und der zentralen Patientenaufnahme koordiniert die Primäre Pflegeperson den gesamten Behandlungsprozess der PatientInnen auf Station und übernimmt die persönliche Verantwortung für den Pflegeprozess.


Modell-Beispiele

anfängliche Akzeptanz

  • Bei vielen MitarbeiterInnen gab es große Widerstände, andere waren direkt Feuer und Flamme.

 


Projektverlauf 

  • 1,5 Jahre Vorbereitung und Diskussion mit den Stationsleitungen der 3 Pilotstationen
  • Einführung von Planungsgruppen: 3 bis 4 in geheimer Wahl gewählte VertreterInnen der Station
  • Umsetzung der Primären Pflege durch Stationsleitungsteam (Stationsleitung mit zwei VertreterInnen) und Planungsgruppe
  • Begleitung der Umsetzung durch Direktion für Pflege-  und Patientenmanagement
  • Weiterbildung der examinierten Pflegepersonen zu FallmanagerInnen
  • Einführung von neuen Berufsgruppen: Servicekräfte und CodierassistentInnen
  • Fortbildung der Führungskräfte im ganzen Haus nach LEO (Leading an empowered organisation) und movere (beides durch Petra Schütz-Pazzini)

 


Projektdauer

  • 2003 bis 2008

 


Projektgruppe

Stationsleitungsteam plus Planungsgruppe, Einzelplanungen auf den Stationen:

  • jeden Monat Projektgruppentreffen (Bearbeiten von inhaltlichen Themen)
  • vierteljährliche externe Beratung (Führungsthemen)
  • Gesamtprojektplanung durch Direktion für Pflege-  und Patientenmanagement
  • Monatsgespräche in zweimonatigen Abständen (Besprechung der Projektplanung):  Direktion für Pflege-  und Patientenmanagement mit Stationsleitungsteam

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse 

  • Optimierungsgutachten der Firma Procura 1993


Evaluation der Maßnahme

  • Jahresziele, die in den Monatsgesprächen erarbeitet werden, werden kontinuierlich evaluiert.
  • Patientenbefragung durch das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME)
  • Beurteilung des Pflegesystem mit dem Instrument zur Erfassung von Pflegesystemen (IzEP)
  • Techniker Krankenkasse - Klinikführer 2009
  • Mitarbeiterbefragungen durch externe Firma alle 4 Jahre


Evaluationsergebnisse 

  • Die Ergebnisse der Patientenbefragung durch das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME) im September 2010 ergab, dass das Caritas-Krankenhaus St. Josef im Vergleich zu 47 anderen Häusern zu allen pflegerischen Themen positive Benchmarks setzte:  -Erreichbarkeit Pflege - Umgang Pflegekräfte - Info durch Pflegekräfte - Pflegerische Betreuung
  • IzEP – Messergebnis 2009 : 85% (Auf einer Skala von 100% ist im unteren Bereich bis ca. 40% die Funktionspflege, bis ca. 60 % die Bereichspflege, ab ca. 75% Primary nursing verortet)
  • http://www.tk.de/tk/klinikfuehrer/175362
  • Erst bei der nächsten Mitarbeiterbefragung sind Fragen zur Primären Pflege integriert


Zielerreichungsgrad 

  • die angestrebten Ziele wurden erreicht


Übernahme der Maßnahmen in die Regelversorgung

  • Das System wurde auf 9 Stationen eingeführt. Ausgenommen ist die Station 1, eine Tagesklinik mit Chemotherapie.


rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • primäre Pflegeperson als Fallmanagerin
  • Möglichkeit der Professionalisierung der examinierten Pflegepersonen


rückblickend anders machen

  • Einbindung der Ärzteschaft von Beginn an
  • Vorbereitungsphase abkürzen durch klares Konzept der Pflegedirektion


förderliche Faktoren

  • Klinikleitung stand hinter der Umsetzung
  • strategische Ausrichtung der Klinikleitung: Pflegedienst ist ein Erfolgsfaktor


hemmende Faktoren

  • lange Diskussion mit den MitarbeiterInnen


größte Auswirkung

  • Steigerung der Patientenzufriedenheit
  • höhere Arbeitszufriedenheit der Pflegenden durch mehr Handlungsspielraum
  • geringer Informationsverlust durch Koordination eines Verantwortlichen
  • Erlösoptimierung durch Verbesserung der Codierqualität