Datum 14.09.2020
Ort Charité Centrum für Frauen-, Kinder- und Jugendmedizin, Campus Virchow Klinikum
Interviewpartner Jennifer Müller, Stationsleitung
Themenkategorie Säule 4
Maßnahme Robotergefährte Pepper
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Charité – Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Kinderchirurgie

Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Klinikleitung Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. Martin Kreis

Pflegedirektorin
Judith Heepe

Kaufmännischer Leiter
Dr. Helmar Wauer
Website https://kinderchirurgie.charite.de
Ansprechpartnerinnen der Maßnahme Jennifer Müller
Stationsleitung, Charité Centrum für Frauen,- Kinder- und Jugendmedizin, Campus Virchow Klinikum, Kinderchirurgie, Gastrologie, Nephrologie und Stoffwechsel
jennifer.mueller@charite.de

Struktur- und Leistungsdaten

  Kennzahlen 2019
Zahl der vollstationären Planbetten 3.001
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 2.387
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 4.553

Projektmotivation / -vorbereitung

Ausgangslage

    • Hersteller bzw. Vertreiber des Humanoiden Roboters haben bei der Charité angefragt, ob sie unterstützen und hospitieren können
    • Anfrage ging an Kinderklinik und Kinderonkologie
    • Gemeinsam wurde überlegt, was Pepper in der Kinderklinik tun sollte

    Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen

        • Kaufmännische Leitung
        • stellvertretende Leitung der Pflegedirektion
        • Stationsleitung und Pflegekräfte der Einsatzstationen

        Externe Projektförderung und Kooperationen

        • Keine - Pepper wurde über den Charité Gesundheitsfonds finanziert

        Projektumsetzung

        Projektziele

        • Unterhaltung, Ablenkung und Beruhigung (vor Untersuchungen, OP’s) für die kleinen Patienten (und ihre Eltern)
        • Entlastung der Pflegekräfte

        Maßnahmen im Vorfeld

        • Kennenlerntage auf der Station:
          • Vorstellen von Pepper und Aufklärung (Berührungsängste beseitigen)
          • Pepper ist durch alle Patientenzimmer gefahren
          • Kontakt mit Pflegekräften und Ärzten

        • Pepper ist ein Humanoider Roboter (120 cm, 28 kg), Hersteller: Softbank Robotics
          • LEDs an Kopf, Augen, Ohren, Schultern
          • 3 km/h Maximalgeschwindigkeit
          • Anti-Kollisions-System
          • 20 Bewegungsgrade
          • 2 RGB Kameras mit jeweils 5 Megapixeln Auflösung inkl. Autofocus, 3D Kamera
          • Gesichtserkennung
          • 2 Lautsprecher am Kopf, 4 omnidirektionale Mikrophone am Kopf
          • zahlreiche Kontaktsensoren an Kopf, Händen, Brust und Füßen, Ultraschall
          • Verbindung über Ethernet, USB, WIFI, Bluetooth

        Eingeführte Maßnahmen

        • Humanoider Roboter-Gefährte, der auf Information und Kommunikation programmiert ist
        • Er ist in der Lage, Emotionen anhand von Körpersprache, Mimik und Stimmlage zu interpretieren und entsprechend zu reagieren.
        • Anfänglich besuchte Pepper einmal monatlich die Station und die Kinder
        • Pepper kann sprechen, hören, gestikulieren und sich in Echtzeit mit Patienten austauschen. Pepper spricht auch mehrere Sprachen. Derzeit ist er zuständig für:
          • Ablenkung und Unterhaltungsprogramm für Kinder und deren Eltern vor OPs bei Verbandswechsel (bei allem, was Kindern Angst macht) oder bei Langeweile: z.B. Tiere raten, Memory spielen, tanzen, Witze erzählen, singen (verschiedene (Volks-)Lieder und animiert zum Mitsingen), Märchen vorlesen
          • Information: Erklärung von Untersuchungen, z.B. Erklärung von Röntgenaufnahmen für Kinder
          • Information: Integration in den Aufnahmeprozess oder bei OP-Vorbereitung z.B. Erklärung was am nächsten Tag passiert
        • Pepper kann auch noch:
          • Begrüßung von Patienten durchführen (Erklärung von Organisationsabläufen)
          • Pflegeanamnese aufnehmen
          • Wegbeschreibungen
          • Fotos machen mit seinem Tablet und per E-Mail zusenden
          • Fragebogen (Zufriedenheit, Beschwerdemanagement)
          • Jede standardisierte Informationsvermittlung bzw. Kommunikation

        Projektbeurteilung

        Projektbeurteilung

        • Eltern und auch Kinder haben keine Berührungsängste mit Pepper
        • Pepper wird von Kindern als ebenbürtig oder Freund wahrgenommen (Alter: 6 Monate bis 17 Jahre), auch bei Kindern mit geistiger Behinderung kann er Kontakt auf Augenhöhe aufbauen
        • Er lenkt ab und beruhigt in angsteinflößenden Situationen (Kinder und Eltern), unterhält Kinder bei Langeweile oder wenn die Eltern gerade keine Zeit zum Besuch haben
        • Pepper nicht überall einsetzbar, aber für viele Bereiche auf jeden Fall eine Zeitersparnis und Arbeitserleichterung für die Pflegekräfte
        • Auch das ärztliche Personal ist von Pepper begeistert

        Zukünftige Planungen

        • Je mehr Kontakt die Pflegekräfte mit Pepper haben, desto mehr Einsatzideen für den Alltag bekommen sie
        • Anschaffung von Pepper ist mittlerweile für die Kinderklinik erfolgt. Dauereinsatz geplant sowie „Verleih“ an andere Stationen