Flächendeckende Einführung von Servicekräften

Die Leistungsverdichtung durch die Einführung des Sytems mit Klassifikation nach diagnosebezogenen Fallgruppen (Diagnosis Related Groups bzw. DRG) und damit der Druck, sich verändern und anpassen zu müssen, führte im Klinikum Fürth zum Einsatz von Servicekräften auf allen Stationen des Klinikums. Die Übertragung von Tätigkeiten auf geschulte Servicemitarbeiterinnen und -mitarbeiter führte zu einer Verbesserung der Servicequalität. Nach einer Pilotphase von drei Monaten wurde das Projekt flächendeckend auf allen Stationen realisiert.

   
Datum 03.08.2010, Aktualisierung 31.12.2014
Ort Klinikum Fürth
Interviewpartnerin Irene Hößl, Pflegemanagerin
Themenkategorie „Neue Arbeitsteilung und Prozessgestaltung“
Maßnahme Einführung hauswirtschaftlicher Servicekräfte
   

Projektanlass

Erstes Ziel war es, die Pflegenden zu entlasten, um mehr Zeitressourcen für die gestiegenen Anforderungen im pflegerischen Kernarbeitsbereich zu haben. Ein zweites Ziel war es, die Servicequalität für alle Patienten zu verbessern.

Projektumsetzung

Zur Analyse der ausgliederbaren Tätigkeiten in der Pflege wurden Studierendengruppen aus der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg eingesetzt.
Es wurden Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofile sowie ein Schulungskonzept für Servicekräfte erstellt. Die Planstellen wurden außerhalb des pflegerischen Stellenplans zusätzlich geschaffen. Die Servicekräfte sind der Stationsleitung zugeordnet. Das Aufgabengebiet der Servicekräfte umfasst den Bereich Speisenversorgung, Menüerfassung, Aufrüstung der Patientenzimmer und -betten, Auffüllarbeiten und im eingeschränkten Rahmen auch Reinigungsarbeiten.
Schon nach einer Pilotphase von drei Monaten auf zwei Pilotstationen wurde das Projekt Einsatz von Servicekräften“ flächendeckend auf allen Stationen realisiert.

Projektbeurteilung

Es fanden zwei Erhebungen von Studierenden zum Umsetzungsgrad statt. Dieser stellte sich als hoch heraus. Eine weitere Evaluation fand im Rahmen der Patientenbefragungen zum Thema Servicequalität statt. Diese zeigte eine deutliche Verbesserung der einschlägigen Zufriedenheitswerte nach der Umsetzung des Projekts.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die Servicekräfte überwiegend gut auf den Stationen integriert. Die Bewertung von Seiten der Stationsleitungen ist durchweg positiv, die Reaktionen der Pflegenden zum Einsatz der Servicekräfte sind unterschiedlich. Teilweise werden die Servicekräfte nun als unentbehrlich erlebt, teilweise wird die Übernahme von Servicetätigkeiten zum „Luftholen“ im stressigen Arbeitsalltag vermisst.

Da sich im Laufe des Projektes die Bereiche etwas voneinander isoliert haben, wurde die Serviceleitung in die neue Führungsteamstruktur des Hauses integriert. Dadurch soll eine verbesserte Verzahnung zwischen Pflege und Servicekräften erreicht werden. Die Servicekräfte führen auch immer häufiger Aufgaben aus, die nicht mehr ursprünglich der Pflege zugerechnet werden können. Diesem Trend wird derzeit gegengesteuert.