Daten zum Modell

   
Datum 03.08.2010, Aktualisierung 31.12.2014
Ort Klinikum Fürth
Interviewpartnerin Irene Hößl, Pflegemanagerin
Themenkategorie „Neue Arbeitsteilung und Prozessgestaltung“
Maßnahme Einführung hauswirtschaftlicher Servicekräfte
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Klinikum Fürth
Jakob-Henle-Str. 1
90766 Fürth
Klinikleitung Vorstand
Peter Krappmann

Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. Jens Klinge

Pflegedirektor
Ortwin Kirchmeier

Medizinischer Direktor
Dr. Manfred Wagner

Kaufmännische Leitung
Andrea Schmidt

Leiter Betriebs- und Versorgungsmanagement
Martin Vizithum
Ansprechpartner der Maßnahme Ortwin Kirchmeier
Tel.: 0911 / 7580-2002
ortwin.kirchmeier@klinikum-fuerth.de

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen 2009

Anzahl der vollstationären Planbetten 746
Anzahl der Ärztinnen/Ärzte (VK) 197,9
Anzahl der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen (VK) 432,5
Anzahl der Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen (VK) 72,9

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Leistungsverdichtung im Bereich der Pflege im Zuge der DRG-Einführung,
  • gestiegene Anspruchserwartungen der PatientInnen im Servicebereich,
  • unbefriedigendes Ergebnis bei Patientenbefragungen zur Servicequalität.  

 


Planungen im Vorfeld

Vergabe einer Projektaufgabe an die Evangelische Fachhochschule Nürnberg mit der Fragestellung ausgliederbarer Aufgaben aus dem Pflegebereich und der Übertragung an Servicekräfte


An der Planung beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Pflegedirektion
  • Studierendengruppe
  • Projektgruppe aus Stationsleitungen und MitarbeiterInnen der
    Fort- und Weiterbildungseinrichtung

 


Externe Projektförderung

keine

Projektumsetzung

Ziele

  • Mehr Servicequalität für PatientInnen anbieten,
  • Pflege entlasten, um Zeitressourcen für die gestiegenen Anforderungen im pflegerischen Kernarbeitsbereich zu haben.
  • Neues Ziel derzeit: Verzahnung zwischen Pflege und Servicekräften verbessern. Die Bereiche haben sich etwas voneinander isoliert. Dazu wurde die Serviceleitung in die neue Führungsteamstruktur des Hauses integriert.

 


Zielgruppe

Pflegepersonen und Servicekräfte.


Elementare Konzeptbestandteile

  • Übertragung hauswirtschaftlicher Aufgaben auf Servicekräfte,
  • Erstellung von Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofile für die Servicekräfte,
  • Erstellung und Durchführung eines Schulungskonzeptes für Servicekräfte,
  • Zuordnung der Servicekräfte  zur pflegerischen Stationsleitung, aber
    stellenplanmäßige Führung der Servicekräfte außerhalb der Pflegestellen als Hauspersonal.

 

Verfahren

Projektarbeit mit einer Vorbereitungsphase (studentische Datenerhebung).


Modell-Beispiele

Pro Station sind zur Zeit für eine 75-Bettenstation fünf Servicekräfte im Schichtdienst von 7 Uhr bis 19 Uhr eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört die Menüerfassung, die Zubereitung der Heißgetränke, die Verteilung der Speisen und deren Anreichung (solange keine Schluckstörung oder -beeinträchtigung besteht). Außerdem gehören das Auffüllen der Materialien, die Bestückung der Patientenzimmer und Reinigungsarbeiten zum Aufgabengebiet der Servicekräfte.


Anfängliche Akzeptanz

Die Resonanz bei den Stationsleitungen war positiv; vereinzelt Skepsis bei  Pflegefachpersonen


Projektverlauf

In einer ersten Pilotphase wurden auf einer Wahlleistungsstation Servicekräfte eingesetzt, um den Hotelservice zu verbessern. Im aktuellen Projekt wurden erst die Analysen von der Studierendengruppe auf zwei Pilotstationen erhoben. Dann wurden das Anforderungsprofil und ein Schulungskonzept für die Servicekräfte erstellt. Nach drei Monaten wurden dann auf allen Stationen Servicekräfte eingesetzt.


Projektdauer

Erste Pilotphase 2004 auf einer Wahlleistungsstation, konkretes Projekt wurde 2008 durchgeführt, Projektdauer ca. 1/2 Jahr.


Projektgruppe

Pflegedienstleitungen, Stationsleitungen und Mitarbeit des Fort- und Weiterbildungsinstitutes.

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse

Analyse der Studierendengruppe über Interviews und begleitende Beobachtungen zum Thema ausgliederbarer Tätigkeiten aus der Pflege in den Servicebereich.


 

Evaluation der Maßnahme

Über zwei Erhebungen von Studierenden zum Umsetzungsgrad und über die Patientenbefragung.


 

Evaluationsergebnisse

Die Zufriedenheit der PatientInnen mit der Speisenversorgung ist laut Angaben in der Zufriedenheitserhebung gestiegen.


 

Zielerreichungsgrad

  • Die Ergebnisse einer Patientenbefragung 2009 zur Servicequalität zeigte deutlich positive Ergebnisse.
  • Die Servicequalität wurde merklich verbessert.
  • Erhoffte Einsparung der Zeitressourcen gelang bisher zu ca. 50%.

 

Übernahme der Maßnahmen in die Regelversorgung

Auf allen Stationen werden mittlerweile Servicekräfte eingesetzt. Sie decken im Schichtbetrieb die Zeit von 7 Uhr bis 19 Uhr ab.


 

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

Mehr Servicequalität zu etablieren, Integration der Servicekräfte in die Stationsteams.

Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

  • Primäre Reinigungsarbeiten in den Aufgabenbereich der Servicekräfte zu integrieren.
  • Zusammenarbeit zwischen Pflege- und Servicekräften
  • Servicekräfte führen immer häufiger Aufgaben aus, die nicht mehr ursprünglich der Pflege zugerechnet werden können. Derzeit wird diesem Trend gegengesteuert.

Förderliche Faktoren

Motivation der neuangestellten Servicekräfte, Serviceorientierung dieser MitarbeiterInnen.

Hemmende Faktoren

Anfängliche Widerstände in einigen Teams, die Servicekräfte zu integrieren.

 

 

Eingeführte Maßnahme

  • Es ist geplant, eine klinisch-hauswirtschaftliche Ausbildung für Servicekräfte für den stationären Bereich aufzusetzen (zwei mal 6 Monate). Gefördert werden sollen Langzeitarbeitslose durch den EFS mithilfe eines externen Bildungsträgers. Bei Erfolg der neuen Ausbildung für Servicekräfte sollen diese anschließend als Mitarbeiter rekrutiert werden.

Größte Auswirkung

Es wurde mehr Servicequalität für die PatientInnen erreicht.

Größte Veränderung

  • Der flächendeckende Einsatz von Servicekräften auf allen Stationen mit zusätzlich eingestelltem Servicepersonal außerhalb des Stellenplans Pflege.
  • Integration der ehemaligen MenüerfasserInnen als Servicekräfte, um einer weiteren Aufsplittung von Aufgaben entgegen zu wirken.
  • Für die Pflegekräfte die Abgabe von Aufgaben im Bereich der Aktivität Essen und Trinken.