Daten zum Modell

   
Datum 03.02.2012
Ort Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH
Interviewpartnerin Ida Verheyen-Cronau
Themenkategorie „Neue Arbeitsteilung und Prozessgestaltung“
Maßnahme Aufbau einer Ambulanz chronische Wunden
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Kreiskrankenhaus Frankenberg gGmbH
Forststraße 9
35066 Frankenberg
Klinikleitung Ärztlicher Direktor:
Dr. med. Dieter Wagner

Pflegedienstleiter:
Peter Schüpp

Geschäftsführer:
Christian Jostes
Ansprechpartner der Maßnahme Ida Verheyen-Cronau
Tel: 06451 / 55- 511 oder 55- 261
i.verheyen-cronau@krankenhaus-frankenberg.de

Struktur- und Leistungsdaten

Zahl der vollstationären Planbetten 223
Anzahl der ärztlichen MitarbeiterInnen 60 (Personen)
Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 128 (Pers. im Pflegedienst KKH)
Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen keine

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • PatientInnen, die das hausinterne Wundmanagement im Krankenhaus erlebten, fragten nach der Möglichkeit einer Weiterbehandlung nach Entlassung.
  • Es fehlten Klärungen hinsichtlich Kompetenzen und rechtlichen Möglichkeiten. Es standen keine Räumlichkeiten für die Wundbehandlung zur Verfügung.

An der Planung beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Wundmanagerin, Chirurgen, Pflegedienstleitung, Praxisanleiterin, EDV-Team, Geschäftsleitung, Einkaufsabteilung

Externe Projektförderung

  • keine

Projektumsetzung

Ziele

  • Alle PatientInnen mit chronischen Wunden werden umfassend von einem Wundmanagementteam versorgt. Es wird ein Konsiliardienst angeboten. Behandlungsrichtlinien werden auf die PatientInnen individuell zugeschnitten. PatientInnen werden auch nach Entlassung aus der Klinik vom Wundteam weiter ambulant versorgt.

Zielgruppe

  • PatientInnen mit chronischen Wunden

Elementare Konzeptbestandteile

  • Patientenorientierung; Autonomie der PatientInnen; Systematische Arbeit; Kompetenzerweiterung durch Fortbildungen; adäquate technische und räumliche Ausstattung; Koordination der Einbindung von Fachärzten; Vermittlung von Paralleldiensten (Podologie, Orthopädieschuhmacher, Home care, Schmerztherapie)

Verfahren

  • Das Wundteam führt für alle Stationen Konsile durch. Ärztlich unterschriebener Konsilanforderungsschein bedeutet, dass die Wundversorgung an das Wundteam übergeben wird. Es gibt feste Sprechstundenzeiten in den Räumen der Ambulanz. Ein chirurgischer Oberazt ist im Hintergrund, der bei Bedarf hinzugerufen wird. Externe PatientInnen werden vom Facharzt überwiesen.

Anfängliche Akzeptanz

  • Einerseits Wertschätzung für die Arbeit, andererseits Widerstand von ärztlicher, pflegerischer und kaufmännischer Seite.

Projektverlauf

  • Die Ambulanz chronische Wunden wurde über einen längeren Zeitraum entwickelt:
  • 2004 Konzepterstellung für ein umfassendes Wundmanagement
  • Durchführung von Initialveranstaltungen und Fortbildungen
  • Gründung einer Arbeitsgruppe mit den ambulanten Pflegediensten
  • Entwicklung eines einheitlichen Dokumentationssystems
  • Einrichtung und Ausstattung eines Ambulanzraumes

Projektdauer

  • 2004 bis 2010

Projektgruppe

  • Leiterin der Ambulanz chronische Wunden, Praxisanleiterin, MitarbeiterInnen im Wundteam

Projektbeurteilung

Ausgangsanalyse

  • Die Wundversorgung von PatientInnen war intern und nach Entlassung nicht auf dem neuesten Stand.

Evaluation der Maßnahme

  • Stetiges Verbesserungsstreben im Wundteam

Evaluationsergebnisse

  • Ca. 1000 PatientInnenkontakte im Jahr (stationär und ambulant)
  • Ca. 40 ambulante PatientInnen im Jahr

Zielerreichungsgrad

  • ca. 90% der hausinternen Fälle werden in der Ambulanz vorgestellt

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Der Aufbau der Ambulanz lebte von der Kompetenzentwicklung und einer wertschätzenden Haltung den PatientInnen gegenüber.

Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

  • PatientInnen können nicht direkt vom Hausarzt überwiesen werden. Der Expertenstatus des Wundteams wird weiterhin nicht gänzlich akzeptiert.

Rückblickend anders machen

  • Die gesamten Entwicklungsschritte waren zu der jeweiligen Zeit genau richtig.

Förderliche Faktoren

  • Langjährige informelle Kontakte, persönliches Engagement, Rückendeckung durch die Pflegedienstleitung, Geschäftsleitung und den Chefarzt der chirurgischen Abteilung.

Eingeführte Maßnahme

Größte Auswirkung

  • Klare Aufgabenteilung und Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärztinnen/Ärzten im Wundmanagement.
  • Fachliches Niveau der Wundversorgung wurde im gesamten Haus angehoben.
  • Die Ambulanz wirkt sich auf das Krankenhaus mit einer positiven PatientInnenbindung und -gewinnung aus.

Größte Veränderung

  • Pflegende sind auch im diagnostischen Bereich tätig
  • Spezifisch qualifizierte Pflegefachpersonen formulieren verbindliche Behandlungsvorgaben.