Daten zum Modell

   
Datum 11.05.2011
Ort Universitätsklinikum Freiburg
Interviewpartner Matthias Naegele, Pflegeexperte, Medizinische Klinik, Abteilung I, Hämatologie/Onkologie
Themenkategorie „Neue Arbeitsteilung und Prozessgestaltung“
Maßnahme Applikation von Zytostatika durch examinierte Pflegekräfte
   

Name des Krankenhauses

Anschrift Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg
Klinikleitung Komm. Leitender Ärztlicher Direktor, Vorstandsvorsitzender
Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Rüdiger Siewert

Kaufmännischer Direktor
Reinhold Keil
Webseite www.uniklinik-freiburg.de
Ansprechpartner der Maßnahme Matthias Naegele
matthias.naegele@uniklinik-freiburg.de

Struktur- und Leistungsdaten – Kennzahlen 2011

Planbetten 1.484
Ärztinnen/Ärzte insgesamt (außer Belegärztinnen/Belegärzte) 1.072,4
Gesundheits- und KrankenpflegerInnen 1.693,3
Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen 227,9
KrankenpflegerInnen 21,9
PflegehelferInnen 39,1

Projektmotivation/-vorbereitung

Ausgangslage

  • Die erkannten Schnittstellenprobleme bei der Applikation von Zytostatika sollten durch eine Prozessänderung beseitigt werden.

Planungen im Vorfeld

  • Juristische Gutachten zur Delegation der Zytostatikagabe wurden erstellt.
  • Abstimmungen mit der Haftpflichtversicherung sind erfolgt.
  • Detaillierte Dienstanweisungen wurden entwickelt.

Am Projekt beteiligte Berufsgruppen/Personen

  • Ärztlicher Dienst
  • Pflegedienst
  • Justitiariat

Externe Projektförderung

  • keine externe Förderung

Projektumsetzung

Ziele

  • Prozessoptimierung
  • Entlastung der Ärztinnen und Ärzte sowie der Pflegekräfte durch eine Änderung der Prozesse

Projektdauer

  • Seit 1994

Projektbeurteilung

Maßnahme zur Evaluation

  • Es wurde das Auftreten von Paravasaten untersucht. Hier schneidet die Universitätsklinik Freiburg mit 0,03% bei 10.000 Gaben im Vergleich zum aus der Literatur bekannten Wert von 0,1 bis 0,5% sehr gut ab.

Rückblickend besonders erfolgreich/gelungen

  • Vorteilhaft ist, dass durch die Prozessänderung sowohl der Ärztliche Dienst als auch der Pflegedienst profitieren konnten. Bei beiden Berufsgruppen ist eine zeitliche Entlastung erkennbar.
  • Eine erfolgreiche Kooperation zwischen beiden Berufsgruppen liegt vor.

Rückblickend erfolglos/nicht gelungen

  • Die Schulungsmaßnahmen wurden mehrfach seit Beginn der Maßnahme angepasst. Der ursprüngliche umgesetzte Schulungsaufwand war zu umfangreich.
  • Die formelle Kontrolle der Befähigung der Pflegekräfte nimmt Zeit in Anspruch.

Eingeführte Maßnahme

  • Examinierte Pflegekräfte können unter bestimmten persönlichen Voraussetzungen und bei Vorliegen einer nachgewiesenen Qualifizierung Zytostatika applizieren.
  • Die rechtlichen Voraussetzungen hierfür sind u.a. die Zustimmung der Patientin/des Patienten, die schriftliche Anordnung der Ärztin/des Arztes und ein Weigerungsrecht der Pflegekräfte in berechtigten Einzelfällen.